Carlos öffnete mehrmals den Mund, aber kein Wort kam vollständig heraus.

 

„Ja, ich weiß“, antwortete sie. „Ich weiß, wer mich gebadet hat. Ich weiß, wer mich gefüttert hat. Ich weiß, wer die ganze Nacht wach geblieben ist. Und ich weiß, wer nicht da war.“

Die Herrin deutete immer noch auf die Tür.

„Deine Schlüssel“, sagte sie.

„Du kannst mich nicht einfach so rauswerfen.“

„Und du konntest dir nicht mal eine richtige Lüge in meinem Wohnzimmer ausdenken, aber sieh dir das an.“

Ich holte tief Luft.

Zum ersten Mal seit Tagen schnitt mir die Luft nicht mehr ins Gesicht.

Ich ging zum Rollstuhl und kniete vor Doña Carmen nieder.

„Ich lasse dich nicht allein“, sagte ich leise, sodass nur sie es hören konnte. „Ich komme morgen wieder.“

Carlos rief aus.

„Was?“

Ich stand auf.

„Ich habe sie nicht hierhergebracht, um sie zu bestrafen. Ich habe sie hierhergebracht, damit du dich selbst im Spiegel sehen kannst.“

Er sah mich verständnislos an.

Und dann sagte ich ihm die letzte Wahrheit, die ich noch hatte.

„Ich werde die Scheidung einreichen. Außerdem werde ich rückwirkenden Unterhalt für die Kosten der Pflege deiner Mutter und für die Aufgabe des Familienhauses fordern. Ich habe mich heute Morgen darüber beraten lassen. Also genieße deine Freiheit, solange sie währt, denn sie wird dich mehr kosten, als du dachtest.“

Die Geliebte senkte langsam die Hand, mit der sie auf den Ausgang gezeigt hatte.

Jetzt begriff ich, dass der Zusammenbruch erst begonnen hatte.

Carlos sah mich an, als würde er die Frau vor sich nicht wiedererkennen.

Und das war verständlich.