V
Das allein gab mir Rätsel auf. Laura arbeitete nicht. Wie konnte sie sich so eine Suite leisten? Doch Optimismus zerstreute bald meine Zweifel. Vielleicht hatte sie ja Ersparnisse. Und wenn nicht, war es egal. Ich würde zahlen. Mit einem Obstkorb in der Hand ging ich durch Flure, die nach Desinfektionsmittel rochen, obwohl alles makellos und luxuriös wirkte. Meine Schritte hallten auf dem Marmor wider. Mein Herz hatte keine Angst, es war nervös. Der Aufzug klingelte im dritten Stock. Ich fand Zimmer 305 am Ende eines ruhigen, etwas abgelegenen Flurs. Und als ich näher kam, bemerkte ich, dass die Tür nicht ganz geschlossen, sondern nur angelehnt war. Ich streckte die Hand aus, um zu klopfen … und erstarrte. Ich brach in Lachen aus.
„Und eine Männerstimme – warm, verspielt, schmerzlich vertraut – ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.
„Mach den Mund auf, Liebling.“ „Da kommt das kleine Flugzeug …“ Mein Herz setzte einen Schlag aus. Diese Stimme hatte mich an diesem Morgen an der Stirn berührt. Diese Stimme hatte mir Valencia versprochen.
Nein. Unmöglich. Zitternd näherte ich mich der halb geöffneten Tür und hielt den Atem an, als ich hineinspähte.
Der Anblick traf mich wie ein Schlag.
Laura saß auf dem Bett, gesund, strahlend, kein bisschen blass. Sie trug einen Satinpyjama, kein Krankenhauskleid. Und neben ihr fütterte Ricardo,
mein Mann, sie mit zärtlicher Geduld mit Apfelscheiben.
Sein Blick war sanft, so hingebungsvoll wie in den ersten Tagen unserer Ehe.
„Meine Frau ist so verwöhnt“, murmelte Ricardo und wischte Laura mit dem Daumen über den Mundwinkel.
Meine Frau. Der Flur schien sich zu neigen. Ich musste mich an der Wand abstützen, um nicht zusammenzubrechen.
Dann erhob sich Lauras Stimme – sanft, klagend, vertraut – wie Gift.
Wann wirst du es Sofia sagen? Ich habe es satt, mich zu verstecken. Und jetzt bin ich erst wenige Wochen schwanger. Unser Kind muss anerkannt werden.
Schwanger.
Unser Kind. Anatomie.
Ich hatte den Eindruck