TEIL 2: DAS GEHEIMNIS IN IHRER TASCHE UND DAS GESCHENK, MIT DEM SIE NIEMALS ERWARTET HÄTTEN
Ashley erstarrte, die Hand noch immer am Türknauf, als Marcus sich von hinten näherte, sichtlich genervt, so früh am Morgen gestört zu werden.
„Wer steht denn so früh vor der Tür?“
Ihr Ärger verflog sofort, als sie den an das Paket geklebten Umschlag bemerkte. Keine Weihnachtskarte, kein Geschenkanhänger, nur ein handgeschriebener Satz: „Für die Frau, die vergessen hat, was sie mitgebracht hat.“
Ashley öffnete den Umschlag, bevor jemand anderes reagieren konnte. Darin befanden sich Kopien von Lindas Kontoauszügen mit Einzahlungsdaten, Kontoständen und Beträgen, die weit über dem lagen, was man von jemandem erwarten würde, der jahrelang alle davon überzeugt hatte, eine finanziell angeschlagene Witwe zu sein. Ich hatte auch ein Foto beigelegt, das genau zeigte, wo ich das gefaltete Dokument in ihrer Tasche gefunden hatte.
Marcus sah mich fassungslos an.
„Warum hast du das?“ Ich ließ meinen Mantel zugeknöpft, um mich vor der Kälte zu schützen, und antwortete, ohne meine Stimme zu erheben.
„Weil die Mutter deiner Frau das in meiner Küche liegen gelassen hat, während du mir beigebracht hast, was mir wichtig ist.“
In diesem Moment erschien Linda im Flur und erkannte sofort die Papiere in Ashleys Händen. Kurz huschte Panik über ihr Gesicht, bevor sie sich wieder fasste, und dieser eine Augenblick sagte mir alles, was ich wissen musste.
Ashley wandte sich schnell ihrer Mutter zu.
„Mama … was ist das?“
Linda lachte gezwungen auf, bevor sie mich wütend anstarrte.
„Dorothy war immer eifersüchtig. Genau deshalb hält Marcus Abstand.“
Ihre Erklärung hätte vielleicht funktioniert, wenn Marcus nicht selbst angefangen hätte, die Dokumente zu lesen. Er blätterte die Seiten durch und blieb bei der Stelle stehen, die ich gelb markiert hatte.
Die markierten Einträge zeigten eine Reihe stiller, wiederkehrender Überweisungen auf ein bestimmtes Konto. Marcus starrte auf den Namen des Kontoinhabers, sein Gesichtsausdruck veränderte sich fast augenblicklich, während Ashley die Erkenntnis flüsterte, mit der sie nie gerechnet hatte.
„Dieses Konto gehört …“
Ich nickte.
„Ja. Und das ist noch nicht einmal das, worüber du dir Sorgen machen solltest.“
Zum ersten Mal an diesem Morgen sah ich, wie echte Angst Marcus’ Zuversicht verdrängte. Es lag nicht an den Kontoauszügen selbst, sondern daran, dass sich darunter ein versiegelter Umschlag befand, den ich absichtlich verschlossen gelassen hatte.
Ich hielt ihn zwischen zwei Fingern und sah meinem Sohn direkt in die Augen.
„Dein eigentliches Weihnachtsgeschenk ist hier drin.“