Alle drehten sich zu mir um.
Ich schüttelte den Kopf.
„Habe ich nicht.“
„Stimmt“, sagte Miles. „Sie hat einen Fremden in einem Café gebeten, ihren Freund zu spielen.“
Einige Leute lächelten beinahe.
„Aber es gibt noch einen anderen Grund, warum ich zugesagt habe.“
Er sah mich an.
Und plötzlich wurde mir klar, dass die eigentliche Enthüllung noch bevorstand.
„Siehst du, Serena“, sagte er, „ich kannte deinen Namen, bevor du dich vorgestellt hast.“
Mir lief ein Schauer über den Rücken.
„Was?“
„Ich habe dich erkannt.“
Mein Herz raste.
„Woher?“
Miles griff nach seinem Handy und öffnete das Dokument.
„Vor sechs Monaten beauftragte Sterling eine externe Beratungsfirma, um zu untersuchen, warum drei unserer Regionalbüros Geld verschwendeten.“
Mir stockte der Atem.
Meine Firma arbeitete an Sterling.
Aber unsere Kunden wurden intern unter Projektcodes anonymisiert.
Miles fuhr fort.
„Eine Analystin hat einen so guten Restrukturierungsbericht erstellt, dass unser Vorstand fast alle Empfehlungen angenommen hat.“
Er sah mich direkt an.
„Der Bericht hat uns etwa 42 Millionen Dollar an prognostizierten Verlusten erspart.“
Der Gesichtsausdruck meiner Mutter veränderte sich.
Mein Vater starrte mich an.
Lois flüsterte: „Nein.“
Miles lächelte leicht.
„Die Analystin hat ihre Arbeit mit ihren Initialen signiert.“
S.B.
Meine.
Ich konnte mein Herz hämmern hören.
Miles fuhr fort.
„Ich habe monatelang versucht, sie zu identifizieren, weil ich sie direkt anwerben wollte.“
Mir schnürte es die Kehle zu.
„Sie wussten es?“
„Ich hatte es im Café schon geahnt. Es wurde mir bestätigt, als Sie mir Ihren Namen nannten.“
Meine Mutter sank in einen Stuhl.
Diesmal sagte Lois nichts.
Dann klingelte Miles’ Telefon.
Er warf einen Blick auf den Bildschirm.
Sein Gesichtsausdruck verhärtete sich.
Er nahm ab.
„Ja?“
Er hörte zu.
Dann sah er Lois langsam an.
„Schick es mir.“
Er legte auf.
Lois wich zurück.
„Was?“
Miles’ Stimme veränderte sich.
„Die Sicherheitsleute haben gerade etwas überprüft.“
Sie schluckte.
„Was haben sie überprüft?“
„Visitenkarte.“
Lois lachte nervös.
„Du hast bereits bewiesen, dass meine Berufsbezeichnung nicht aktualisiert wurde.“
„Nein“, sagte Miles. „Das ist kein Problem.“
Er drehte den Hörer um.
„Die Mitarbeiter-ID-Nummer auf Ihrer Karte gehört jemand anderem.“
Lois runzelte die Stirn.
Mein Vater runzelte die Stirn.
„Na und?“
Miles sah ihn an.
„Sie gehört Richard Bennett.“
Mein Vater wurde blass.
Dann fühlte ich, wie die Welt um mich herum bebte.
Richard Bennett war mein Vater.
Lois sah ihn an.
„Papa …“
Mama stand abrupt auf.
„Was soll das heißen?“
Miles sah sie an.
„Es bedeutet, dass Lois’ gefälschte Beförderungskarte mit Daten erstellt wurde, die mit ihrem Vater in Verbindung stehen.“
Niemand sagte etwas.
Miles fuhr fort.
„Interessant, denn Sterling hat Richard Bennett vor neunzehn Jahren entlassen.“
Ich starrte Papa an.
„Sie haben für Sterling gearbeitet?“
Er sagte kein Wort.
Mama wirkte genauso verblüfft.
Offenbar wusste sie es auch nicht.
Miles’ Stimme verstummte.
„Richard Bennett war Junior-Finanzcontroller.“
Mein Vater sagte endlich etwas.
„Das ist Jahrzehnte her.“
„Ja.“
Miles trat näher.
„Sie wurden entlassen, nachdem eine interne Untersuchung Unregelmäßigkeiten bei Versetzungen aufgedeckt hatte.“
Dads Gesichtsausdruck verfinsterte sich.
Gary flüsterte: „Mein Gott.“
Ich konnte mich selbst kaum hören.
„Welche Versetzungen?“
Miles sah mich an.