Derselbe Junge, der sie noch vor einer Woche gebeten hatte, sonntags Pfannkuchen mit Dulce de Leche zu backen.
Laura war 38 Jahre alt und lebte in Guadalajara. Jahrelang war sie die Tochter, die sich um alles kümmerte. Sogar um Uhren und Kalender.
Sie bezahlte die Medikamente ihrer Mutter, half ihrem Vater mit seinem LKW, lieh Renata Geld, wenn diese sagte, sie sei pleite, und gab sogar eine von ihrem Mann geerbte Wohnung auf, damit ihre Schwester dort kostenlos wohnen konnte.
„Wir halten in der Familie zusammen“, sagte Laura.
Ihr Mann Martin lächelte sie immer geduldig an.
„Ja, Liebling, aber es ist ein Unterschied, ob man jemanden unterstützt oder sich ausnutzen lässt.“
Laura wollte das nicht glauben.
Martin war ein ruhiger Mann, einer von denen, die ein Leck reparieren, Einkaufstüten tragen und trotzdem noch die Energie hatten, mit Daniel auf der Straße Fußball zu spielen.
Daniel war ihr einziger Sohn. Er war zwölf Jahre alt, hatte ein ansteckendes Lachen und eine Sammlung von Spielzeugautos, die er über alles liebte. Familie
Der Unfall ereignete sich an einem Samstagnachmittag.
Martin fuhr mit Daniel zu Verwandten nach Chapala. Sie wollten vor dem Abendessen zurück sein.
Um 7:00 Uhr schrieb Laura ihnen eine SMS.
Um 8:00 Uhr rief er an.
Um 8:32 Uhr klopfte es an der Tür.
Zwei Polizisten standen davor.