Sofias Herz raste so heftig, dass es ihr fast die Rippen zu sprengen drohte. Sie rannte drei Blocks, ohne sich umzudrehen, und wich dabei Pfützen und Menschen im eisigen Nieselregen aus. 🏃‍♀️💨

Die Enthüllung hinter dem Spiegel 🪞

Ein lautes Knarren im Flur unterbrach das angespannte Gespräch. Langsame, bedächtige Schritte näherten sich der Bibliothek. Sofia keuchte auf und versteckte sich hinter dem Empfangstresen, während ihre Mutter aufrecht stand, die Arme über ihrem türkisfarbenen Bademantel verschränkt, und auf den Einbrecher wartete.

Die Eichentür öffnete sich langsam und gab den Blick auf einen großen Mann in einem dunklen Mantel und einem breitkrempigen Hut frei.

„Du bist zu spät, Victor“, sagte Sofias Mutter mit eiskalter Stimme.

„Es ist nie zu spät, einen drei Jahre alten Fall abzuschließen, Elena“, erwiderte der Mann.

Sofias Augen weiteten sich vor Überraschung. Sie erkannte die Stimme sofort: Es war der Testamentsvollstrecker der Familie, der Mann, der das Testament bearbeitet und sie am Tag der vermeintlichen Beerdigung getröstet hatte.

„Sie kennt die Wahrheit bereits“, sagte Elena und deutete auf die Anwesenheit ihrer Tochter.

„Ich weiß“, antwortete Victor und zog eine Ledermappe aus seinem Mantel. „Und genau deshalb hat die Farce heute offiziell ein Ende gefunden.“