Ich sah Lauren an.
„Wie viel schulde ich noch von meinem Kredit?“
Sie sagte nichts.
Grant antwortete.
„Ich schätze mal so um die dreißigtausend.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Controller.“
Ich eröffnete ein Konto, dann noch eins.
Ihr Gesicht wurde blass.
„Sechstausendvierhundert.“
Mama hielt sich den Mund zu.
Grant sah Lauren an, als würde er sie nicht wiedererkennen.
„Wo ist der Rest?“
Lauren wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
„Geschäftsausgaben.“
„Zeig her.“
„Ich muss das nicht vor allen machen.“
„Doch, du musst es unbedingt vor mir machen.“
Sie verschränkte die Arme.
Grant starrte sie einige Sekunden lang an, bevor er zur Garderobe ging.
„Wo gehst du hin?“, fragte sie.
„Nach Hause.“
Na los!
Er drehte sich um.
„Ich will meinen Laptop zurück. Ich werde heute Abend jede einzelne Transaktion überprüfen.“
Lauren folgte ihm ein paar Schritte.
„Du übertreibst, weil Evan dich gegen mich aufgehetzt hat.“
Er blieb stehen.
„Nein“, sagte Grant. „Evan hat uns 48.000 Dollar gegeben, obwohl die Bank uns keine 48 Dollar geben wollte. Du hast mir eine verspätete Zahlung verschwiegen, über den Zahlungsplan gelogen, unser Handelskonto leergeräumt und zugelassen, dass er von einer Party geworfen wird, die er mitbezahlt hat. Er hat nichts vergiftet.“
Dann ging er.
Lauren zitterte noch immer.
Mama richtete ihren Zorn sofort gegen mich, weil ich immer noch das leichteste Ziel war.
„Bist du jetzt zufrieden?“
„Nein.“
„Du hast ihr Versprechen gebrochen.“
„Ich überweise das Geld nicht.“
„Du hättest das unter vier Augen klären können.“
„Ich habe es versucht. Lauren hat mich ignoriert.“
Mama presste die Lippen zusammen.
„Du musst immer Recht haben.“
„Nein. Ich habe nur aufgehört zu zahlen, damit ich mich irren kann.“
Rachel kam wieder auf sie zu und erklärte, die Familie habe zwanzig Minuten Zeit, um zu entscheiden, ob sie die Premium-Leistungen weiterhin in Anspruch nehmen wolle.
Das Abendessen könne stattfinden, aber ohne Bezahlung gäbe es keine Torte, keinen Champagnerempfang, kein Dessertbuffet und keine zusätzliche Stunde im Ballsaal.
Tante Melissa stellte die naheliegende Frage.
„Diane, wenn das deine Geburtstagsfeier ist, warum bezahlt Evan sie dann?“
Mama sah beschämt aus.
Ich antwortete, bevor sie ihre Geschichte ändern konnte.
„Weil er mir gesagt hat, Laurens Firma würde das Catering zum Selbstkostenpreis übernehmen, und er hat mich gebeten, die Anzahlung für den Veranstaltungsort als Geburtstagsgeschenk zu leisten.“
Melissa runzelte die Stirn.
„Laurens Firma übernimmt heute Abend nicht das Catering.“
„Nein.“
Lauren murmelte: „Unser Personal war nicht verfügbar.“
Rachel sagte bedächtig: „Das Bellamy House bietet einen Komplettservice für Speisen und Getränke bei privaten Veranstaltungen. Catering von externen Anbietern ist nicht gestattet.“
Melissa warf Lauren einen langsamen Blick zu.
„Wofür genau war Evans Anzahlung gedacht?“, fragte sie.
Rachel antwortete:
„Für das Paket mit Zimmerreservierung und Standard-Abendessen.“
Ich zeigte ihnen meinen Kreditkartenauszug.
„Viertausend Dollar.“
Mama sah Lauren an.
Offenbar wusste selbst sie es nicht.
Später erfuhr ich, dass Lauren Mama erzählt hatte, mein Beitrag betrage nur tausend Dollar.
Sie hatte mir gesagt, die gesamte Feier würde etwa sechstausend Dollar kosten, und ihre Firma würde den Rest im Austausch für Werbefotos übernehmen.
In Wirklichkeit kamen fast vierzehntausend Besucher.
Lauren hatte den ganzen Abend mit fremdem Geld organisiert.
Außerdem war der Mangel an Stühlen fast schon lächerlich.
Fast.
Mama saß auf einer Bank.
An diesem Abend sah sie zum ersten Mal älter als sechzig aus.
„Lauren“, sagte sie, „benutzt du das Firmenkonto, weil du Evans Kredit schon ausgegeben hast?“
Laurens Wut flammte erneut auf.
„Warum verhörst du alle?“
„Antworte mir!“
„Ich habe in die Marke investiert.“
„Was soll das heißen?“, fragte sie.
Ich warf mir einen finsteren Blick zu.
„Das würdest du nicht verstehen.“
„Ich habe eine Firma verkauft.“
„Eine kleine Softwarefirma.“
„Für den Betrag, den du verlangt hast: 48.000 Dollar.“
Damit war die Diskussion beendet.
Ich fragte erneut.
„Wofür hast du das Geld ausgegeben?“
Schließlich gab sie es langsam zu.
Rebranding-Berater: 7.500 Dollar.
Eine neue Website und eine Werbevideokampagne: 9.200 Dollar.
Ein geleaster Luxus-SUV mit Firmenlogo: fast 6.000 Dollar Anzahlung.
Ein dreitägiges Networking-Retreat in Miami: 5.800 Dollar.
Möbel für einen Showroom, den sie noch gar nicht gemietet hatten: 8.100 Dollar.
Der Rest verschwand in kleineren Anschaffungen, Eilgebühren, Mahlzeiten, Kleidung, die sie als Präsentationskosten deklarierte, und Kreditkartenzahlungen, die angeblich geschäftlich bedingt waren.