Meine Mutter merkte, dass sie mit ihrer Wut nicht weiterkam, und änderte sofort ihre Taktik. Ihr Gesichtsausdruck wurde weicher, ihre Augen füllten sich plötzlich mit Tränen, und sie streckte mir über den Tisch die Hand entgegen.
„Thea, Liebes“, sagte sie sanft. „Wir sind Familie. Deine Großmutter hätte gewollt, dass wir zusammenhalten.“
Ich warf einen Blick auf ihre ausgestreckte Hand, versuchte aber nicht, sie zu ergreifen.
„Großmutter wollte genau das, was sie schriftlich festgehalten hat“, erwiderte ich. „Sie hatte sieben Jahre Zeit, ihre Meinung zu ändern. Sie hat es nie getan.“
Als Nächstes sprach mein Vater, seine Stimme kalt und beherrscht.
„Jemand hat sie manipuliert.“
Kesler antwortete, bevor ich es konnte.
„Ich kannte Eleanor Lawson zweiundzwanzig Jahre lang. Niemand hat Eleanor zu irgendetwas manipuliert.“
Maggie, die langjährige Freundin meiner Großmutter, fügte leise hinzu: „Sie hat Recht. Eleanor wusste genau, was sie tat.“
Mein Vater wandte sich ihr zu.
„Das geht dich nichts an.“
„Doch“, erwiderte Maggie entschieden. „Eleanor hat mich gebeten, heute dabei zu sein, weil sie dieses Gespräch erwartet hat.“
Diese Worte veränderten die Stimmung erneut. Endlich begriffen alle, dass Oma nicht einfach nur ein Vertrauensverhältnis geschaffen hatte. Sie hatte jeden Schritt sorgfältig geplant, sogar wer in dem Raum sitzen würde, wenn die Wahrheit endlich ans Licht käme.