Auf der anderen Straßenseite beobachtete mich mein Nachbar.
Garrison Blackwood war in Cedar Hollow als stiller Ex-Sheriff bekannt, der allein mit seinem betagten Hund in einem alten Bauernhaus lebte.
Er sprach selten.
Doch als Julian wegfuhr, überquerte Garrison die Straße.
„Hast du eine sichere Unterkunft?“
„Ich könnte ein Motel finden.“
„Nein“, erwiderte er. „Du hast ein Zimmer bei mir.“
„Ich will keine Gnade.“
„Gut. Denn ich gewähre dir keine.“
Am Küchentisch legte Garrison drei Dinge vor mich hin.
Einen Hausschlüssel.
Den Namen eines Scheidungsanwalts.
Und einen versiegelten Umschlag von einem Fruchtbarkeitsspezialisten aus Boston.
„Meine Frau wurde jahrelang für etwas verantwortlich gemacht, wofür sie nie verantwortlich war“, sagte er. „Das hat mich gelehrt, in einer Ehe nicht automatisch demjenigen zu glauben, der am lautesten spricht.“
Der Umschlag enthielt Informationen zu einem Arzttermin, der bereits bezahlt war.
Dann schob mir Garrison eine Kopie des medizinischen Berichts zu.
Julians Name stand ganz oben.
Die Schlussfolgerung ließ meine Hände zittern.
Julians Chancen, auf natürlichem Wege Vater zu werden, waren extrem gering.
Ich sah Garrison an.
„So etwas habe ich noch nie gesehen.“
„Ich weiß.“
Er erklärte, dass Julian mit Hilfe eines Mitarbeiters der Klinik veranlasst hatte, den Originalbericht zu löschen.
Garrison hatte die Kopie behalten, weil dieser Mitarbeiter einmal mit einer seiner Ermittlungen in Verbindung gestanden hatte.
„Haben Sie ihn beschattet?“
Sein Gesichtsausdruck wurde undurchschaubar.
„Ich habe schon viele Menschen untersucht.“
Da wurde mir etwas klar, womit Julian nicht gerechnet hatte.
Er hatte mich nicht einfach im Stich gelassen.
Er hatte Beweise hinterlassen.
Und Garrison wusste genau, wo er suchen musste.