o.
Dieser Satz war in ihr Handy eingebrannt.
In derselben Woche tauchte ein weiteres Puzzleteil auf, das alles veränderte. Mariana fand Karla, eine Frau, die Mauricios Foto sofort wiedererkannte.
„Sein Name war Martín“, sagte sie. „Er trat in mein Leben, als ich Single war, wurde unersetzlich, sie sprachen über ihre gemeinsame Zukunft, und dann tauchte der Makler auf. Ich hätte beinahe mein Haus verloren.“
Die Maklerin hieß ebenfalls Lorena.
Und der Käufer war derselbe Mann, dessen Name in Verónicas Dokumenten stand: Roberto Nájera.
Es war kein romantischer Streit. Es war eine Methode.
Mauricio suchte sich geschiedene oder bald geschiedene Frauen aus, gewann ihr Vertrauen, verschaffte sich Zugang zu ihren Dokumenten und zwang sie dann, unfaire Verträge zu unterschreiben.
Verónica wurde übel bei der Erinnerung an ihre gemeinsamen Frühstücke, ihre Spaziergänge mit Renata, das Regal, das er in Renatas Zimmer angebracht hatte.
Sogar die Zuneigung schien Teil der Täuschung zu sein.
Doch der schlimmste Anruf kam von der Grundschule.
„Frau Weronika“, sagte der Schulleiter, „eine Frau kam mit einem angeblich von Ihnen unterschriebenen Brief. Sie sagte, Sie seien im Krankenhaus und Renata müsse weggebracht werden.“
Weronika stockte der Atem.
„Wo ist meine Tochter?“
„Bei uns. Wir haben sie nicht weggegeben.“
Überwachungskameras zeigten eine unbekannte Frau, die eilig davonstürmte.
Die gefälschte Unterschrift war fast perfekt.
In dieser Nacht saß Renata zwischen ihren Eltern und fragte:
„Seid ihr morgen auch zusammen?“
Daniel sah Weronika an.
„Als Eltern, ja.“
Das Mädchen verschränkte die Hände auf dem Tisch.
„Also sind wir Renatas Team.“
Niemand hatte die Kraft, sie zu korrigieren.
Am nächsten Tag bestellte Mauricio Weronika in sein Büro, um „alles zu erklären“. Die Polizei war bereits informiert, und sie trug ein verstecktes Aufnahmegerät bei sich.
Niemand hatte damit gerechnet, dass, als Verónica das Büro betrat, dieselbe Frau aus der Schule vor Doña Teresas Haus auftauchen würde.
Und dieses Mal wusste sie genau, wo Renata war.
Was in den nächsten Minuten geschah, zeigte, warum sie dieses Mädchen so dringend brauchten …
TEIL 3
Das Büro befand sich im zweiten Stock eines alten Gebäudes, zwischen einem Autoteileladen und einem Fliesenlager. Es gab kein Notarschild und keinen offiziellen Empfang. Nur ein Zettel an der Tür mit der Aufschrift: „Nur nach Vereinbarung.“
Verónica begriff nun, dass sie nie vorgehabt hatten, sie zuerst zu einem richtigen Notar zu bringen. Sie wollten sie einschüchtern, sie zwingen, private Dokumente und eine Vollmacht zu unterschreiben, und die Angelegenheit dann auf anderem Wege vorantreiben.
Lorena öffnete die Tür.
Sie trug einen beigen Hosenanzug und ein makelloses Lächeln.
„Gut, dass du dich endlich wie eine Erwachsene benimmst.“
Mauricio und Roberto waren drinnen. Auf dem Tisch lagen eine Mappe, ein goldener Stift und eine Quittung, die belegte, dass Verónica bereits eine Anzahlung erhalten hatte, die sie nie gesehen hatte.
„Ich bin gekommen, um zuzuhören“, sagte sie.
„Du bist gekommen, um deinen Fehler wiedergutzumachen“, erwiderte Mauricio.
Lorena reichte ihr eine Vollmacht.
„Damit kann ich mich um den Papierkram kümmern. Der Käufer hat das Geld bereits zurückgelegt und einen Verlust erlitten, weil du es dir anders überlegt hast.“
Verónica rührte das Dokument nicht an.
„Wo ist das Dokument, das ich unterschrieben habe und mit dem ich den Verkauf besiegelt habe?“
Lorena schwieg.
„Und auf welches Konto wird das Geld überwiesen?“
„Das wird später entschieden.“
„Auf mein Konto?“
Mauricio schlug mit der Faust auf den Tisch.
„Hör auf, den Anwalt zu spielen! Du wolltest aus dieser alten Wohnung ausziehen.“
„Umzugswunsch heißt nicht, dass ich dir mein Haus gebe.“
Roberto rutschte unruhig auf seinem Stuhl hin und her.
„Ich bin nur zum Kaufen gekommen.“
Verónica sah ihn an.
„Dann erklär mir, warum derselbe Berater, der Karla beinahe das Haus weggenommen hätte, hier ist. Und warum eine Frau versucht hat, meine Tochter mit einer gefälschten Unterschrift von der Schule zu nehmen.“
Lorenas Lächeln verschwand.
„Zieh das Mädchen da nicht mit rein.“
Mauricio stand auf.
„Das Mädchen wird da mit reingezogen, weil du es nicht anders verstehst.“
Der Filter lief noch immer in ihrer Tasche.
Verónica spürte ihr Herz rasen.
„Hast du das neulich auch gesagt? Dass du erst meine Unterschrift brauchst, bevor sie Renata mitnehmen können?“
Mauricio kam näher.
Die Maske des geduldigen Mannes, der gekocht, Möbel repariert und nach ihrem Tag gefragt hatte, war verschwunden.
„Acht Monate lang habe ich alles für dich getan. Ich habe deine Tränen wegen der Scheidung ertragen. Ich habe mich um deine Tochter gekümmert. Ich habe dein Leben organisiert. Und jetzt kommst du hierher und behandelst mich wie eine Verbrecherin, nur weil ich einem verängstigten kleinen Mädchen zugehört habe.“
„Meine Tochter hat die Wahrheit gehört.“
„Deine Tochter hört, was du ihr beibringst.“