Er war nicht der Typ Mann, der vor mir auf die Knie ging.
Er führte mich auf das Dach eines seiner Bürogebäude in der Innenstadt, stellte eine Samtbox auf den Tisch und sagte:
„Ava, ich kann dir das Leben bieten, das du verdienst.“
Darin lag ein Fünf-Karat-Diamantring.
Hinter ihm bot sich ein atemberaubender Blick über die ganze Stadt, die in tausenden Lichtern funkelte.
Er sprach von einer luxuriösen Wohnung.
Von drei Autos in einer privaten Garage.
Von Urlauben an Orte, die ich bisher nur aus dem Fernsehen kannte.
Er sagte, ich müsste mir nie Sorgen um Rechnungen, Lebensmittel oder darum machen, ob mein altes Auto im Winter anspringt.
Doch während er sprach, ging mir immer wieder ein Gedanke durch den Kopf.
Er fragte mich kein einziges Mal, was für ein Leben ich wollte.
Neben Connor fühlte ich mich wie eine Trophäe.
Wie ein weiterer wertvoller Besitz, den er seiner Sammlung hinzufügen wollte.
Also antwortete ich:
– Nein.
## Ich wählte meinen armen besten Freund
Ich wählte Daniel Reeves.
Daniel war seit der High School mein bester Freund.
Er arbeitete in einer Autowerkstatt am Stadtrand und fuhr einen fünfzehn Jahre alten Pickup, dessen Auspuff bei jedem Stopp so laut dröhnte, dass sich Passanten nach ihm umdrehten.
Er besaß drei gute Hemden.
Eine Jacke, die er von seinem verstorbenen Vater geerbt hatte.
Und einen Werkzeugkasten, den er wie einen Familienschatz hütete.
Er hatte keine Luxuswohnung.
Er hatte keine Garage voller teurer Autos.
Aber er kannte mich.
Er wusste, dass ich meinen Kaffee mit einem Teelöffel Zucker und einem Schuss Sahne trank.
Er wusste, dass ich es hasste, wenn mich jemand „Schatz“ nannte, es sei denn, er meinte es ernst.
Er wusste auch, dass ich, wenn ich plötzlich verstummte, meistens mit den Tränen kämpfte.
Als ich die Grippe bekam, brachte er mir heiße Suppe, Halspastillen und einen Film von 1998, weil er sich erinnerte, dass meine Großmutter ihn mir als Kind immer gezeigt hatte.
Als ich vor dem Zahltag nur noch zwölf Dollar hatte, gab er mir nie das Gefühl, minderwertig zu sein.
Er setzte sich im Supermarkt neben mich, und wir verglichen gemeinsam Preise mit Coupons, als wäre es ein Vergnügen.
Connor bot mir ein sorgenfreies Leben.
Daniel ließ mich allein.
Als er mich eines Abends unter dem blinkenden Schild einer Autowerkstatt fragte, ob ich ihn heiraten wolle, und mir einen kleinen Silberring in die Hand drückte, für den er drei Monate lang gespart hatte, brach ich in Tränen aus, noch bevor er die Frage beendet hatte.
„Ja“, sagte ich.
„Tausendmal ja.“