Manche Tode kommen nicht plötzlich. Haus und Garten
Sie kommen schleichend.
Madame Madeleine Armand war immer eine Frau, die man nicht übersehen konnte.
Nicht, weil sie laut war.
Sondern weil sie etwas Besonderes an sich hatte.
In Saint-Germain-en-Laye, in jenem großen, alten Haus mit den hellgrünen Fensterläden, kannten die Nachbarn sie für ihre feste Stimme, ihre sorgfältig gebundenen Schals, ihren Rosenkranz am Kamin und ihre Angewohnheit, selbst denen, die es nicht verdienten, noch warme Madeleines anzubieten.
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Doch in weniger als drei Monaten begann diese Frau zu verschwinden.
Nicht aus ihrem Haus.
Aus ihrem eigenen Körper.
Ihre Kleider rutschten von ihren Schultern.
Ihre Wangen sanken ein.
Ihre Hände, die einst Teig geknetet, die Bediensteten zurechtgewiesen und ihren Sohn vor jeder Reise gesegnet hatten, begannen zu zittern, selbst wenn sie einen Löffel hielten. Familie
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Jeden Morgen stand sie vor dem Spiegel im Flur.
Sie betrachtete ihr Gesicht.
Und manchmal brauchte sie ein paar Sekunden, um sich selbst zu erkennen.
„Das bin nicht ich“, murmelte sie eines Tages und berührte ihr freiliegendes Schlüsselbein. „Das bin nicht mehr ich.“
Nadine, die Haushälterin, die seit siebzehn Jahren für die Armands arbeitete, senkte den Blick, um ihre Angst zu verbergen.
Denn auch sie hatte alles gesehen.
Jeder Teller kam fast unberührt zurück.
Jedes Glas schmeckte seltsam.
Jeden Nachmittag wirkte Madame Madeleine immer desorientierter, schwächer, immer zurückgezogener.
Doch wenn Adrien, erschöpft von den Besprechungen und mit dem Telefon am Ohr, von La Défense zurückkehrte, bot sich ihm immer derselbe Anblick.
Seine Mutter schlief im Sessel im Wohnzimmer. Schwangerschaft und Mutterschaft
Eine Decke lag über ihrem Schoß.