Als ich den riesigen Motorradfahrer das erste Mal auf unsere Neugeborenen-Intensivstation fahren sah, dachte ich, er hätte sich verfahren.
Er war so ein Mann, der sofort auffiel, noch bevor er ein Wort sagte.
Fast 1,80 Meter groß.
Breite Schultern.
Glatter Kopf.
Dichter weißer Bart.
Tätowierte Arme.
Und Hände, so groß und vernarbt, dass sie eher zum Schweißen von Stahl geeignet schienen als zum Halten eines so zerbrechlichen Babys.
Seine schwarze Lederweste hatte er gemäß den Krankenhausrichtlinien vor der Station zurückgelassen.
Doch selbst in einem blauen Einwegkittel wirkte Wade „Grizzly“ Holden im Dämmerlicht des Pine Valley Kinderkrankenhauses völlig deplatziert.
Ich hatte dreizehn Jahre lang als Krankenschwester auf der Neugeborenen-Intensivstation gearbeitet.
Ich kannte den Raum wie meine Westentasche.
Das leise Piepen der Monitore.
Das warme Leuchten der Inkubatoren.
Die geflüsterten Gebete von Eltern, die glaubten, niemand könne sie hören.