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Hinter mir hörte ich das Rascheln von Zeitungspapier. Schritte näherten sich der Küche – selbstsicher, rhythmisch, der Klang eines Mannes, der sich in seinem Reich wohlfühlte.
Aiden betrat den Raum. Er trug den grauen Kaschmirpullover, den ich ihm zu Weihnachten geschenkt hatte. Er lächelte mich an, dieses schiefe, jugendliche Lächeln, das mich vor zehn Jahren entwaffnet hatte, und hielt mir seinen leeren Becher hin. Auf dem Becher stand in fetten Großbuchstaben: „Der geeignetste Ehemann der Welt“.
„Wer ruft denn so früh an, Liebes?“, fragte er. Seine Stimme war warm und voll, sein britischer Akzent perfekt.
Ich starrte ihn an. Ich starrte den Mann an, der anderthalb Meter von mir entfernt stand. Dann sah ich auf das Telefon in meiner Hand, wo meine Schwester das Profil meines Mannes am Himmel beschrieb.
Die Physik besagt, dass zwei Objekte nicht gleichzeitig denselben Raum einnehmen können. Die Logik besagt, dass meine Schwester, der vernünftigste Mensch, den ich kenne, nicht halluzinierte.
„Nur Kaye“, brachte ich hervor. Meine Stimme war ruhig. Es war dieselbe Stimme, mit der ich vor Gericht ausgesagt hatte, als es um die Millionenveruntreuung ging. „Flugsicherheitskontrolle.“
„Sag ihr, ich grüße sie“, sagte Aiden und ging zur Kaffeemaschine. Er goss sich mit der linken Hand Kaffee ein und schaute mit der rechten auf sein Handy. „Vielleicht bekommen wir ja nächsten Monat endlich die Freundschaftspässe.“
Die Ironie schmeckte mir wie Kupfer im Mund.
„Ich muss los, Kaye“, sagte ich und sah dem Mann nach, der sich Sahne in seine Tasse goss. „Ich rufe dich später an.“
Ich beendete das Gespräch. Plötzlich fühlten sich die Küchenfliesen unter meinen nackten Füßen kalt an. Meine Welt war gerade in zwei Hälften zerbrochen, in zwei erschreckende Realitäten.
In der einen Realität war mein Mann ein Betrüger. In der anderen war der Mann in meiner Küche ein Geist.
„Du siehst blass aus, Ava. Ist alles in Ordnung?“
Aiden – oder die Gestalt, die sein Gesicht trug – eilte über die Küchentheke und musterte mich. Seine grünen, goldgesprenkelten Augen spiegelten eine Besorgnis wider, die absolut aufrichtig wirkte.
„Nur Kopfschmerzen“, log ich und wandte mich der Speisekammer zu, um meine zitternden Hände zu verbergen. „Ich glaube, ich brauche etwas Eiweiß. Wie wär’s mit Pfannkuchen?“
„Pfannkuchen?“, kicherte er. „An einem Dienstag? Ich habe um elf mein Squashspiel, erinnerst du dich?“
„Stimmt“, sagte ich. „Squash.“