„Schneidet mir den Arm ab!“, flehte der Junge unter Tränen, und sein Vater dachte, er würde verrückt werden … bis das Kindermädchen ohne Erlaubnis den Gips abriss und die grausame Rache seiner Stiefmutter enthüllte.
„Wenn du jetzt nicht sofort die Klappe hältst, schwöre ich dir, morgen früh unterschreibe ich die Papiere für deine Einweisung in eine psychiatrische Klinik.“
Alejandros Stimme war rau, gezeichnet von der tiefen Erschöpfung eines Mannes, der vier Nächte nicht geschlafen hatte. Er stand in der Tür zum Zimmer seines Sohnes und sah zu, wie der Zehnjährige verzweifelt mit dem Gips seines rechten Arms gegen das Mahagoni-Kopfteil des Bettes schlug. Die ohrenbetäubenden Schläge hallten wie Kriegstrommeln durch die weitläufigen Flure des Hauses San Pedro Garza García. Diegos Gesicht war von kaltem Schweiß bedeckt, seine dunklen Augen wirkten, als würden sie jeden Moment aus den Höhlen springen, und seine Lippen waren vom endlosen Flehen rissig.
„Mach es aus, Papa! Bitte, schneide es ab!“, schrie der Junge und wand sich in den Laken. „Sie kommen rein! Sie fressen mich bei lebendigem Leibe auf, beißen mich!“
Alejandro stapfte schwerfällig auf ihn zu. In seinem Blick lag kein Mitleid, nur die wütende Verzweiflung eines Vaters, der am Rande der Vernunft stand. Er packte den Jungen an den Schultern und drückte ihn auf die Matratze.
„Genug, Diego! Du brichst dir noch einen Knochen!“, rief er, außer Atem.