Sie nahm das Mikrofon und sagte: „Es tut mir leid, Andrea, aber Leo ist mein Kind. Vor fünf Jahren bekamen Marco und ich ein Baby. Du konntest keins bekommen, also hast du mich dafür bezahlt, zu verschwinden. Aber jetzt will ich meinen Sohn zurück.“
Ein Raunen ging durch die Reihen der Gäste.
Meine Eltern wirkten schockiert. Meine Geschäftspartner tuschelten untereinander.
Valerie kniete nieder und öffnete die Arme in Richtung Leo.
„Komm her, mein Schatz. Komm zu deiner richtigen Mama.“
Leo stand nahe der Bühne und umklammerte sein Spielzeugauto. Ich wollte mich gerade verteidigen, aber bevor ich etwas sagen konnte, wich mein kleiner Junge zurück.
Er blickte Valerie mit Angst und Wut an.
„Du bist nicht meine Mama!“, schrie Leo.
Alle erstarrten.
Dann zeigte er auf sie und sagte: „Du bist die böse Frau, die ich gestern in Papas Zimmer gesehen habe.“
Marcos Gesichtsausdruck veränderte sich augenblicklich.
„Leo“, stammelte er, „wovon redest du?“
Leo rannte auf mich zu und hielt meine Hand fest.
„Ich hab sie gehört, Mama“, sagte er. „Sie hat Papa gesagt, er soll dir was in den Kaffee tun, damit die Leute denken, du wärst krank. Dann könnten sie dir das Haus und deine Gesellschaft wegnehmen.“
Das Mikrofon glitt Marco aus der Hand.
Valerie wurde blass.
Teil 3
Im gesamten Garten herrschte Totenstille.
Marco versuchte zu lachen, aber seine Stimme zitterte. „Er ist doch nur ein Kind. Er hat sich das nur eingebildet.“
Ich sah ihn ruhig an.
„Nein, Marco. Er hat sich nichts eingebildet.“
Ich hob mein Handy.
„Nachdem Leo mir erzählt hatte, was er gehört hatte, schickte ich den Kaffee, den du für mich zubereitet hattest, zum Testen. Die Ergebnisse kamen noch vor der Party zurück.“
Marcos Selbstvertrauen war dahin.
Ich fuhr fort: „Und was Valerie als Leos Mutter betrifft, so hat diese Lüge jetzt ein Ende. Ich habe Leo ausgetragen. Ich habe ihn geboren. Der Arzt, der ihn zur Welt gebracht hat, steht direkt hier.“
Dr. Ramirez, einer unserer Gäste, stand auf und sagte bestimmt: „Andrea ist Leos Mutter. Ich war bei seiner Geburt dabei.“
Valerie geriet in Panik und schrie: „Marco, du hast gesagt, dieser Plan sei sicher!“
Das war alles, was die Gäste hören mussten.
Einen Augenblick später betraten Polizisten den Garten. Sie verhafteten Marco und Valerie wegen ihrer Intrige gegen mich.
Marco weinte, flehte und rief Leos Namen.
Leo blickte ihn aber nur an und sagte: „Böse Menschen müssen weg.“
Ich hob meinen Sohn in meine Arme und küsste seine Stirn.
Marco hatte geplant, mich vor allen anderen zu vernichten.
Stattdessen hat die Wahrheit meinen Sohn an seinem fünften Geburtstag zerstört.