Am Tag des fünften Geburtstags meines Sohnes Leo wollte ich, dass alles perfekt ist.
Ich war Andrea, dreißig Jahre alt, Inhaberin einer bekannten Schmuckmarke. Ich hatte hart gearbeitet, um meinem Mann Marco und unserem einzigen Kind das Leben zu ermöglichen, das sie meiner Meinung nach verdienten.
An diesem Nachmittag war unser Herrenhausgarten erfüllt von Lichtern, Blumen, Musik und Lachen. Verwandte, Freunde und Geschäftspartner versammelten sich, um Leos fünften Geburtstag zu feiern.
Doch eine Person fehlte.
Marco.
Eine Stunde verging, und er war immer noch nicht da.
Dann, Punkt vier Uhr, schwang das Eingangstor auf. Marco ging hinein, aber nicht allein.
Eine Frau in einem roten Kleid hielt seinen Arm.
Es war Valerie, meine ehemalige Sekretärin – dieselbe Frau, die ich einen Monat zuvor wegen Diebstahls in meiner Firma entlassen hatte.
Die Musik verstummte. Alle Gäste drehten sich um und starrten.
Ich eilte zu Marco und flüsterte: „Was macht sie hier?“
Doch Marco ignorierte mich. Er schnappte sich das Mikrofon und lächelte, als hätte er auf diesen Moment gewartet.
„Meine Damen und Herren“, verkündete er, „heute ist nicht nur der Geburtstag meines Sohnes. Heute möchte ich Ihnen die Frau vorstellen, die von Anfang an an seiner Seite hätte sein sollen – Valerie, Leos leibliche Mutter.“
Der Garten verstummte.
Mir blieb fast das Herz stehen.
Teil 2
Valerie lächelte, als hätte sie bereits gewonnen.