Die Kronleuchter an der Decke funkelten mit tausend Kristalllichtern, deren Facetten Regenbogen an die vergoldeten Wände von Bostons exklusivstem Ballsaal warfen. Ich strich die Falten meines marineblauen Kleides glatt – das schönste Stück meiner Garderobe, obwohl es inmitten der Designerstücke, die mich wie exotische Vögel umgaben, fast schon bemitleidenswert unscheinbar wirkte. Der zarte Duft von Chanel No. 5, dem Lieblingsparfüm meiner Mutter, war der einzige Luxus, den ich mir in letzter Zeit gönnte, und an diesem Abend trug ich ihn wie eine Rüstung an meinen Handgelenken.
Die Feier zum achtzigsten Geburtstag meines Vaters war genau das, was Walter Blackwood am meisten liebte: prunkvoll, exklusiv und bis ins kleinste Detail durchdacht, um zu beeindrucken. Bostons Elite mischte sich mit unglaublicher Leichtigkeit unter die Gäste, ihr Lachen klang wie die Champagnergläser in ihren manikürten Händen. Ältere, wohlhabende Herren unterhielten sich mit Neuankömmlingen, und Kellner in tadellosen schwarzen Krawatten bewegten sich wie Schatten durch die Menge.
„Catherine, du bist wirklich gekommen.“
Meine Schwester Victoria stand wie aus dem Nichts neben mir, ihr leichter Kuss streifte meine Wange, ohne mich zu berühren. Ihr Atem roch nach Bourbon, wie alles, was sie besaß: von ihren Diamantohrringen – die meine Jahresmiete hätten bezahlen können – bis zu ihrem Seidenkleid, das zweifellos teurer war als mein Monatsgehalt als Universitätsprofessorin.
„Wir dachten nicht, dass du kommst“, fuhr sie fort und musterte mein Outfit mit kaum verhohlener Enttäuschung. „Hat Melissa dich überredet?“