„Verschwinde und komm nie wieder, wenn du nicht mit meiner Familie leben kannst!“, rief Mark und öffnete selbst die Tür. Seine Stimme zitterte vor Wut. Doch als Emma ging, nahm sie mehr mit, als sie sich je hätte vorstellen können …

Die Wohnung, die Alex ihr zeigte, war alt, aber hatte echten Charme. Zwei Zimmer, hohe Decken, große Fenster mit Blick auf einen Innenhof voller Kastanienbäume. Emma trat ein, stellte ihre Tasche ab und blieb einfach stehen und lauschte der Stille. Nach Viviens Haus wirkte die Stille wie eine Symphonie. „Gefällt es dir?“, fragte Alex lächelnd und lehnte sich gegen die Tür. „Wirklich. Man kann hier richtig durchatmen“, sagte Emma, ​​und plötzlich, zum ersten Mal seit Langem, lächelte sie aufrichtig. Sie hätte sofort ausziehen können. Am nächsten Tag packte sie ihre Sachen und ihren Laptop ein und begann von zu Hause aus zu arbeiten. Alex half ihr beim Einrichten des Modems und gab ihr dann die Schlüssel. „Ruf an, wenn du was brauchst.“ Sie rief nicht an. Nicht, weil sie nicht wollte – sondern weil sie zum ersten Mal in ihrem Leben nichts brauchte. An diesem Abend ging Emma die Unterlagen in ihrer Aktentasche durch. Das Projekt, an dem sie die letzten Monate heimlich gearbeitet hatte – ein neues Projekt für ein Startup, das bald eine Finanzierung erhalten könnte. Doch das Projekt lief nicht auf ihren Namen – Mark wusste nichts davon. Alles wurde über ein Konto abgewickelt, das auf ihren Mädchennamen registriert war. Das war ihre Zukunft – unbeschwert, ohne jeglichen Einfluss von außen. Eine Woche verging. Dann zwei. Mark meldete sich nicht. Nur Vivien schrieb einmal: „Ich hoffe, dein Gewissen plagt dich.“ Emma löschte die Nachricht, ohne zu antworten. Inzwischen war das Projekt angenommen worden. Sie erhielt einen Brief: „Herzlichen Glückwunsch, Ihre Idee wurde ausgewählt.“ Und der Name darunter – er gehörte ihr. Nur ihr.