Meine Schwester rief mich um Mitternacht an und flüsterte: „Mach alle Lichter aus. Geh auf den Dachboden. Sag es bloß nicht deinem Mann.“ Ich dachte, sie spinnt, bis ich durch die Dielen schaute…

Mara.

Ich klammerte mich an das Handy und betete, dass es wieder angehen und keinen Ton von sich geben würde.

Caleb nahm meinen Laptop. „Er sieht nie nach. Selbst wenn er etwas sähe, würde er es nicht verstehen.“

Der Fremde kicherte leise. „Du hast die richtige Entscheidung getroffen.“

Caleb lächelte nicht.

„Das war nicht geplant“, sagte er.

Einen Moment lang hörte ich fast Reue in seiner Stimme.

Dann fügte er hinzu: „Aber dieser Junge macht alles komplizierter.“

Mir wurde schwindelig.

Noah. Unser vierjähriger Sohn, kilometerweit entfernt, schlief bei Calebs Eltern … dachte ich zumindest.

Der Fremde sagte: „Deine Eltern bringen ihn schon in Sicherheit.“

Ich biss mir so fest auf den Knöchel, dass ich Blut schmeckte.

Caleb nickte. „Gut. Sobald wir in Kanada sind, ist alles wieder beim Alten.“

Das Handy in meiner Hand vibrierte. Ich hätte beinahe geschrien. Eine Nachricht von Mara war da.

Das FBI und die örtliche Polizei sind in zwei Minuten da. Versteckt euch. Macht keinen Lärm. Noah ist in Sicherheit. Wir haben ihn.

Ich schloss die Augen, Tränen liefen mir über die Wangen.

Klar.

Unten klingelte Calebs Handy.

Er nahm abrupt ab: „Mama?“

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich.

„Was meinst du, sie haben ihn mitgenommen?“

Der Fremde kam näher. „Was ist passiert?“

Caleb wurde kreidebleich. „Noah ist weg. Die Polizei hat sie auf der Autobahn angehalten.“

Der Mann fluchte. Dann blickte Caleb auf.

Nicht direkt zu mir, sondern zum Dachboden.

„Wo ist Elise?“