Ein junges Mädchen half einer Fremden mit ihren letzten Ersparnissen. Beim Abschlussball verstummte die Musik, als sie den Saal betrat.
Carly Morgan hatte nie wirklich an Märchen geglaubt. Das Leben hatte ihr früh beigebracht, dass Magie keine Macht über Mädchen wie sie hatte, schon gar nicht, wenn man seine Kleidung in Secondhand-Läden kaufte und die Mutter zwei Jobs hatte, um über die Runden zu kommen.
Doch in diesem Frühling keimte ein kleiner Funke Hoffnung auf.
Es war Abschlussballzeit.
Während ihre Freundinnen von den Limousinen, den glitzernden Kleidern und den Designerschuhen schwärmten, schwieg Carly. Trotzdem träumte sie nichts sehnlicher, als hinzugehen. Für einen Abend wollte sie sich besonders fühlen. Auffallen. Dem Elend für einen Moment entfliehen.
Ich habe es erst jetzt bemerkt.
Dann kam der Umschlag an.
Er kam am Freitagmorgen beim Frühstück an. Ihre Mutter Dina und ihre Großmutter Holly saßen ungewöhnlich still da und tranken ihren Kaffee mit einer Mischung aus Nervosität und Ungeduld.
„Carly“, sagte ihre Mutter schließlich und schob einen weißen Umschlag über den Tisch, „es ist nicht viel, aber es ist für dich. Für das Kleid.“
Carly blinzelte und starrte auf das darin versteckte Geld. Genug für ein Kleid. Vielleicht sogar für Schuhe.
Ihm schnürte es die Kehle zu. „Du hast nicht …“
„Wir haben monatelang dafür gespart“, sagte Holly und streichelte Carlys Wange. „Jetzt schlaf gut.“
Carly stieg in den Bus, ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals, den Umschlag ordentlich in der Tasche ihres Hoodies verstaut. Sie war auf dem Weg zu einem Secondhand-Laden in der Innenstadt, der „das perfekte Kleid für jedes Budget“ versprach. Sie hatte ein Foto von einem lilafarbenen Kleid mit zarten Ärmeln gesehen und sich darin vorgestellt: elegant, selbstbewusst, als gehöre sie genau dorthin.
Doch das Schicksal hatte andere Pläne mit ihm.
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