Mateo schloss sein Studium ab. Doch das Diplom öffnete ihm nicht die Welt, von der er geträumt hatte. Jahrelang schrieb er Bewerbungen, wartete auf Anrufe, ging zu Vorstellungsgesprächen, wo er von oben bis unten gemustert wurde, als sprächen seine abgetragenen Schuhe mehr aus als sein Wissen. Schließlich verkaufte er seinen Laptop und kaufte gebrauchtes Werkzeug. Er eröffnete eine kleine Werkstatt in einem Armenviertel von Querétaro. Er reparierte Autos, Motorräder, Fahrräder – alles, was ihm in die Hände fiel. Es war nicht das Leben, das er sich vorgestellt hatte, aber es war ehrlich.
An diesem Nachmittag, betrogen und ohne Geld für eine komfortable Heimreise, nahm Mateo seinen Karton und ging in Richtung Hauptstraße. Er tat drei Schritte. Dann hörte er etwas.
Ein leises Geräusch. Wie ein Stöhnen.
Er blieb stehen.
Er sah in die Büsche. Zuerst dachte er, es sei ein verletztes Tier. Dann sah er einen weißen Schuh. Danach eine Hand.
Er ließ den Karton fallen und rannte los.
Mitten im trockenen Gras lag eine junge Frau, auf der Seite. Ihr Gesicht war staubbedeckt, ihr Haar zerzaust, eine Wunde zierte ihre Stirn, und ihre Kleidung war blutbefleckt. Ihr Atem ging so schwach, dass es schien, als würde sie mit jeder Sekunde dahinsiechen. Neben ihr vibrierte ein Telefon, doch der Bildschirm war zerbrochen.
„Madam … können Sie mich hören?“, fragte Mateo und kniete sich neben sie.
Sie antwortete nicht.
Er fühlte ihren Puls am Hals. Er war schwach, aber er war da.
Mateo spürte Angst. Angst davor, sie zu berühren und alles nur noch schlimmer zu machen. Angst …
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