Er verließ seine Frau, um zu seinem Geburtstag eine Luxusreise zu unternehmen.

Dann fragte sie ihn, wann er sie zuletzt gesehen hatte. Er öffnete den Mund, doch die Stimme blieb ihm im Hals stecken. Denn die Wahrheit klang monströs, noch bevor ein anderer Mensch sie hören konnte. Ein musikalischer Klang.

Drei Tage zuvor. Das letzte Mal, als er seine Frau sah, verblutete sie auf dem Kinderzimmerboden. Drei Tage zuvor. Und er war einfach gegangen. Ehe.

Als die Polizei eintraf, saß Ryan mit verschränkten Händen im Nacken im Flur vor dem Kinderzimmer und schwankte leicht.

Zuerst kamen zwei Polizisten herein. Dann die Sanitäter. Dann die Kriminalbeamten. Der Anblick des Blutes ließ alle Gesichter erschaudern. Ein Beamter forderte ihn auf aufzustehen. Ein anderer fragte, wo er gewesen sei.

Ryan antwortete wie ein Automat, stammelte leere Worte: Aspen. Geburtstagsausflug. Freunde. Das Hotel. Ich bin vor zwanzig Minuten zurückgekommen. Seine Worte verhallten in der drückenden Luft des Raumes.

Kriminalbeamtin Laura Bennett betrat als Letzte den Raum. Sie war in ihren Vierzigern, hatte dunkles, grau meliertes Haar, das zu einem tiefen Pferdeschwanz gebunden war, und besaß einen so durchdringenden Blick, dass sie Geständnisse herauspressen konnte, noch bevor sie eine Frage stellte. Sie untersuchte das Blut. Haus und Garten.

Dann das leere Kinderbett. Schließlich fixierte sie Ryan mit ihrem Blick.

„Mr. Parker, wo ist Ihre Frau?“

„Ich weiß es nicht.“

„Wo ist Ihr Sohn?“

„Ich weiß es nicht.“

„Wann hat er das Haus verlassen?“

„Freitagmorgen.“

„Und wann haben Sie bemerkt, dass Ihre Frau verletzt war?“

Ryan schluckte schwer.

„Sie … sie sagte, sie blute.“

Detective Bennetts Gesichtsausdruck blieb unbewegt.