Mein Handy klingelte um 2:37 Uhr.
Ein Foto erschien.
Victor war mit seiner 29-jährigen Freundin Olivia Marsh am Logan Airport in Boston. Sie klammerte sich an seinen Arm. Trotz des altmodischen Ambientes hatte sie dunkle Augen, und ihr Diamantarmband funkelte an ihrem Handgelenk.
Unter dem Bild stand eine Nachricht: E-Mail und Sofortnachrichten
„Tschüss, du nutzlose Frau! Ich habe dir all deine Sachen weggenommen!“
Ich las sie.
Dann lachte ich.
Nicht, weil er nicht verletzt gewesen wäre. Er war es gewesen. Elf Jahre Ehe und wir können uns immer noch gegenseitig verletzen, obwohl wir wissen, dass die Wunde verheilt ist.
Ich lachte, weil Victor Schweigen immer mit Ohnmacht verwechselte.
Er nahm an, das Haus gehöre ihm, weil sein Name auf dem Briefkasten stand. Er dachte, so zeige man der Firma, wie wichtig es sei, weil es uns zum wichtigsten Bindeglied zwischen uns und den Investoren machte. Ich hielt mich für nutzlos, weil ich immer das Wort ergreifen musste.