Ihre Schwiegermutter schrieb ihren Bonus aus. Ihr Mann ergriff nicht Partei für sie.

„Du übertreibst.“

„Nein. Ich habe alles nachgerechnet. Drei Jahre lang haben wir etwa dreihunderttausend Rubel für deine Verwandten ausgegeben. In dieser Zeit haben wir auf Urlaub, neue Kleidung und die kleinen Freuden des Lebens verzichtet.“

„Sie haben uns auch geholfen.“

„Wann denn?“

Wladimir zögerte.

„Mama hat dir einen Pullover gestrickt.“

Anna lächelte bitter.

„Ein toller Tausch. Ein Pullover im Wert von Hunderttausenden.“

Ihr Mann schwieg.

„Ich möchte wenigstens einmal Geld für uns ausgeben. Für unser Leben. Ist es wirklich so viel?“

„Aber Irena braucht dringend …“

„Ich habe diese Liste nicht in Auftrag gegeben“, unterbrach sie ihn. „Und ich habe mich nicht verpflichtet, deine ganze Familie zu finanzieren.“

Schweigen herrschte. Anna konnte sich den ganzen Tag nicht auf ihre Arbeit konzentrieren.

Am Abend setzte sie sich neben ihren Mann.

„Wir müssen reden.“

„Schon wieder über Geld?“

„Ja. Denn es geht nicht ums Geld. Es geht um uns.“

Wladimir schaltete den Fernseher aus.

„Ich höre zu.“

„Du kannst deinen Lieben nur helfen, wenn du es aus freiem Willen tust. Deine Mutter hat nichts vorgeschlagen. Sie hat die Befehle gegeben.“