Als Amanda ihr erstes eigenes Haus kaufte, wollte sie vor allem eines: ein ruhiges Leben in einer freundlichen Nachbarschaft. Doch ausgerechnet der Nachbar nebenan machte ihr diesen Wunsch immer schwerer. Anfangs ignorierte sie seine ständigen Bemerkungen und Einmischungen, weil sie Streit vermeiden wollte. Mit der Zeit wurden seine Grenzüberschreitungen jedoch immer deutlicher. Bis ein einziger Morgen alles veränderte und Amanda beschloss, dass Freundlichkeit nicht mit Nachgiebigkeit verwechselt werden durfte.
1.
Amanda war stolz auf ihr kleines Haus. Es war nicht groß, aber es gehörte ihr, und genau das machte sie glücklich. Die meisten Nachbarn begrüßten sie freundlich, brachten Kuchen vorbei oder halfen ihr bei kleinen Problemen. Nur Sheldon schien von Anfang an alles besser zu wissen. Kaum war sie eingezogen, begann er ihr zu erklären, wie hoch ihre Hecke sein sollte, wo die Mülltonnen stehen müssten und welche Lampe seiner Meinung nach besser auf ihre Veranda passen würde. Amanda lächelte jedes Mal höflich, bedankte sich für den Hinweis und ging wieder ihren eigenen Weg. Sie wollte keinen Streit. Für sie bedeutete ein friedliches Zuhause mehr als jede Diskussion. Doch mit jedem Monat wurden Sheldons Kommentare häufiger. Aus Ratschlägen wurden Forderungen, aus Forderungen wurden ständige Kontrollen. Er betrat ohne zu fragen ihre Einfahrt, verschob ihre Mülltonnen und begutachtete ihren Vorgarten, als gehöre er ihm. Amanda ignorierte alles, weil sie hoffte, dass sich die Situation irgendwann von selbst beruhigen würde.
An einem verregneten Samstagmorgen änderte sich jedoch alles. Amanda stellte gerade ihre Kaffeetasse ab und blickte zufällig aus dem Wohnzimmerfenster. Im ersten Moment glaubte sie, sich zu täuschen. Mitten auf ihrem gepflegten Rasen stand Sheldons großer Geländewagen. Die tiefen Reifen hatten bereits breite Spuren im weichen Boden hinterlassen und mehrere Blumen am Rand des Beets eingedrückt. Dabei waren entlang
der Straße mehrere Parkplätze frei, und auch Sheldons eigene Einfahrt war vollkommen leer. Amanda ging sofort nach draußen und klingelte an seiner Haustür. Sheldon öffnete mit einem zufriedenen Lächeln, als hätte er bereits auf sie gewartet.
„Ihr Auto steht auf meinem Grundstück.“
„Ich weiß.“
„Dann fahren Sie es bitte weg.“
„Es ist doch nur ein bisschen Rasen.“
„Sie haben mein Blumenbeet beschädigt.“
„Die Blumen wachsen wieder nach.“
Amanda sah ihn einen Moment schweigend an. Zum ersten Mal wurde ihr klar, dass Sheldon gar nicht daran interessiert war, Rücksicht zu nehmen. Er wollte lediglich testen, wie weit er gehen konnte. Statt weiter zu diskutieren, lächelte sie ruhig.
„Schönen Tag noch, Sheldon.“
Sie drehte sich um und ging zurück ins Haus. Sheldon blickte ihr überrascht nach. Er hatte mit Widerspruch gerechnet, aber nicht mit dieser Reaktion. Amanda schloss die Tür, öffnete ihren Computer und rief die Aufnahmen ihrer Überwachungskamera auf. Was sie dort entdeckte, zeigte eindeutig, dass alles geplant gewesen war. In diesem Moment entstand in ihrem Kopf eine Idee, mit der Sheldon niemals gerechnet hätte…Ti.p.pen Sie auf das F.oto, um den voll.ständigen Artikel anz.uzei.gen