Stattdessen herrschte eine Ruhe, die kälter als Wut war.
„Was machst du hier, Daniel?“, fragte sie, ohne die Tür ganz zu öffnen.
Ihr stockte der Atem.
Neun Jahre voller Ausreden … und plötzlich zählte keine mehr.
„Ich musste dich sehen“, sagte er sanft. „Wir müssen reden.“
Emily verschränkte die Arme.
„Nach allem, was du getan hast?“
„Nach neun Jahren?“
Daniel pflückte unbeholfen die Blumen.
„Ich bin nicht gekommen, um zu streiten“, sagte er. „Ich bin gekommen, weil … ich alles verliere.“
Sie betrachtete den Blumenstrauß, als wäre er ein schlechter Scherz.
„Bist du gekommen, um meine Vergebung zu erkaufen?“, fragte er.
„Wie hast du sonst immer alles gekauft?“
In diesem Moment kam ein alter Mann mit einem Eimer Wasser den Feldweg herauf.
Er nickte Emily zu.
„Ist alles in Ordnung, Miss Emily?“
„Alles in Ordnung, Mr. Harris“, erwiderte sie sanft. „Es war nur ein Besuch.“
Als die Nachbarin gegangen war, seufzte sie und trat beiseite.
„Komm herein“, sagte er. „Bevor das ganze Dorf anfängt zu tratschen.“
Der Anblick des Hauses traf Daniel wie ein zweiter Schlag.
Ein einziger kleiner Raum diente als Küche und Wohnzimmer. Ein alter Ventilator drehte sich langsam nahe der Decke. Die Möbel waren zusammengewürfelt und abgenutzt.
Aber alles war sauber.
Ordentlich.
Zäh.
„Setz dich“, sagte Emily und deutete auf einen Plastikstuhl.
Daniel saß steif da und sah sich ungläubig um.
„Wie konnte es so weit kommen?“, fragte er leise.
Emily sah ihm direkt in die Augen.
„Willst du es wirklich wissen?“, fragte er.
„Oder willst du dich nur weniger schuldig fühlen?“
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