Das Geheimnis unter den Säulen der Vance-Villa
Der Geist der Vergangenheit kehrt ans Licht zurück
Die Stille, die die Villa umgab, war so dicht, dass man das ferne Flügelschlagen von Tauben in den Eichenwipfeln vernehmen konnte. Der alte Mann schritt anmutig voran, gestützt auf seinen Walnussstock mit dem kunstvoll verzierten Silbergriff. Jeder Schritt auf dem Kiesweg hallte in den Herzen der Anwesenden wider wie das Echo eines unerbittlichen Urteils. Sein Gesicht, gezeichnet von tiefen Falten, geformt von Zeit und Sehnsucht, bewahrte die aristokratische Strenge, die einst das gesamte Anwesen beherrscht hatte.
Gabriel erstarrte vor Schreck und starrte den alten Mann an, dessen Gesicht ihm erschreckend vertraut vorkam. Er war das lebende Ebenbild der Ölgemälde, die in der Galerie im zweiten Stock hingen – jener Gemälde, deren Reinigung und Betrachtung Doña Victoria stets verboten hatte.
„Guten Tag, Victoria“, sagte der Mann mit tiefer, resonanter Stimme, die aus den Tiefen des Vergessens zu steigen schien.
„Guillermo … das ist unmöglich. Die Klinik in der Schweiz hat deinen Tod vor fünfzehn Jahren bestätigt“, stammelte Victoria. Ihre Lippen zitterten unkontrolliert, während sie versuchte, sich auf der weißen Spitzentischdecke des Teetisches festzuhalten.
„Sie haben bestätigt, was du hören wolltest, meine Liebe“, erwiderte Don Guillermo mit einem bitteren Lächeln, das von trauriger Weisheit durchdrungen war.
Die beiden Zwillingsmädchen, die sich hinter dem Tisch aneinanderklammerten, starrten mit großen Augen auf die Szene. Die geblümte Spitze ihrer Kleider schien im unwillkürlichen Zittern ihrer Körper zu vibrieren.
„Großvater?“, fragte Gabriel mit erstickter Stimme, die Unverständnis und Erstaunen zugleich ausdrückte.
„Das ist richtig, junger Mann.“ „Dein rechtmäßiger Großvater, den sie in einen Geist verwandelt haben, um jeden Zentimeter dieses Landes zu behalten“, sagte der alte Mann und sah Gabriel mit unendlicher Zärtlichkeit an.