Mein Mann besteht darauf, unsere kleine Tochter jeden Abend allein zu baden. Doch eines Abends, als ich ihm heimlich folgte, hatte ich das Gefühl, die Welt bröckelt unter meinen Füßen.

„Ich hab’s dir doch schon gesagt, es ist nichts Schlimmes.“

Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen.

Emmas verängstigtes Gesicht ging mir nicht aus dem Kopf. Ich erinnerte mich, wie sie sich an mich geklammert und mich angefleht hatte, ihren Vater nicht baden zu lassen.

Am nächsten Morgen sah ich einen roten Fleck auf ihrem Rücken.

„Was ist das?“, fragte ich.

Daniel sah mich nicht einmal an.

„Sie hat sich wahrscheinlich beim Spielen gekratzt.“

„Hast du das nicht gestern Abend beim Baden gesehen?“

„Nein.“

Er schnappte sich schnell seine Schlüssel und verließ das Haus. Da überkam mich die Angst.

Tagsüber rief ich unseren Kinderarzt an. Die Sprechstundenhilfe sagte mir, wir seien in den letzten Wochen nicht beim Termin gewesen. Ich fragte, ob Daniel angerufen hätte, aber sie sagte, sie dürfe mir diese Information nicht geben.

Als er abends nach Hause kam, hatte ich bereits beschlossen, Emma selbst zu baden.

„Ich mache es heute Abend“, sagte ich und griff nach dem Handtuch.

Daniel stand vor mir.

„Nein, Laura.“

Seine Stimme war ruhig, aber sein Gesichtsausdruck war angespannt.

„Sie ist auch meine Tochter.“

„Ich weiß.“

„Dann geh beiseite.“

„Ich kann nicht.“

Ich sah ihm in die Augen und flüsterte:

„Was verheimlichst du mir?“

Daniel wurde kreidebleich. Einen Moment lang dachte ich, er würde mir alles erzählen. Doch dann hob er Emma hoch und trug sie ins Badezimmer.

Diesmal schloss er die Tür von innen ab.

Ein paar Augenblicke später fing meine Tochter an zu weinen.

„Es tut weh, Papa …“

Dann hörte ich Daniels Stimme:

„Ich weiß, mein Schatz. Halt noch ein bisschen durch. Mama darf es noch nicht erfahren.“

Mir stockte fast das Herz.

Was dann geschah, steht in den Kommentaren.