Mein Mann besteht darauf, unsere kleine Tochter jeden Abend allein zu baden. Doch eines Abends, als ich ihm heimlich folgte, hatte ich das Gefühl, die Welt bröckelt unter meinen Füßen.

Mein Mann bestand darauf, unsere kleine Tochter jeden Abend selbst zu baden. Doch eines Abends, als ich ihm heimlich folgte, fühlte ich mich, als würde mir der Boden unter den Füßen wegbrechen.

Drei Wochen lang weigerte sich mein Mann Daniel, irgendjemand anderen unsere zweijährige Tochter baden zu lassen. Nicht einmal mich.

Anfangs fand ich das nicht seltsam. Er war immer ein liebevoller Vater gewesen. Er kam zwar erschöpft von der Arbeit nach Hause, nahm sich aber immer Zeit, mit Emma zu spielen. Manchmal sagte er, das Baden sei ihre besondere Vater-Tochter-Tradition.

Doch nach und nach veränderte sich Emmas Verhalten.

Jeden Abend, sobald Daniel sein weißes Handtuch nahm, wurde meine Tochter wütend. Sie rannte zu mir, klammerte sich an meine Beine und weinte:

„Mama macht das … nicht Papa.“

Beim ersten Mal lachte Daniel nur.

„Sie hat heute einfach keine Lust. Sie ist zwei. Morgen will sie bestimmt etwas anderes.“

Aber am nächsten Abend passierte es wieder. Und am übernächsten.

Jedes Mal hob Daniel sie hoch, trug sie ins Badezimmer und schloss die Tür. Er drehte den Wasserhahn auf, damit ich nicht hören konnte, was drinnen vor sich ging. Wenn ich hineingehen wollte, stellte er sich vor die Tür.

„Ich kümmere mich darum. Geh dich ausruhen.“

Eines Nachts sah ich, wie er eine kleine Metalldose in seiner Tasche versteckte. Ich fragte ihn, was darin sei. Daniels Gesichtsausdruck veränderte sich augenblicklich.

„Das ist etwas für die Arbeit.“

„Warum bringst du sie dann ins Badezimmer?“

Er sah mich einige Sekunden lang schweigend an.