Die Ohrfeige war so heftig, dass der Rand meines Eherings in meine Handfläche schnitt.
Drei Sekunden lang herrschte Stille in der Marmorhalle, und alle Anwesenden schienen wie gelähmt, als wüssten sie nicht, was sie mit ihren Händen anfangen sollten.
Daniel stand vor mir, die Hand noch immer halb erhoben, und atmete schwer, als hätte ich ihn dazu gezwungen, mich zu schlagen.
Hinter ihm lächelte meine Schwiegermutter Evelyn.
„Verschwinde!“, rief Daniel. „Wage es nicht, meine Mutter in ihrem eigenen Haus anzuschreien!“
Ihr eigenes Haus.
Beinahe hätte ich bei diesen Worten wieder lachen müssen, doch die Röte in meinen Wangen hielt mich davon ab.
Ich blickte an ihm vorbei auf den Kristalllüster, die prunkvolle Treppe und die importierten italienischen Fliesen, die ich nach dreiwöchigem Vergleichen von Mustern ausgesucht hatte.
Über dem Kamin hing ein formelles Familienporträt, das Daniel in unserem zweiten Ehejahr unbedingt in Auftrag geben wollte.
Er stand im Mittelpunkt des Fotos, Evelyn hatte eine Hand auf seiner Schulter, und ich stand etwas hinter ihnen, wie jemand, der sich in das Haus der falschen Familie verirrt hatte.
Evelyn hielt ein Seidentaschentuch hoch, um sich die Tränen abzutupfen.
„Ich habe ihr nur gesagt, sie solle dankbar sein“, sagte sie. „Manche Frauen heiraten aus Vernunft und vergessen sofort ihren Platz.“
„In meinem Haus?“, fragte ich.