Er sagte: „Wozu brauchen wir ein Kindermädchen? Ich habe sie doch gefeuert.“
Ich dachte, ich hätte mich verhört.
„Was hast du denn getan?“
Er nahm einen Schluck und sagte: „Deine Mutter wohnt jetzt hier, also kann sie sich um die Kinder kümmern.“
Dann fügte er hinzu: „Oder willst du etwa kostenlos hier wohnen?“
Meine Mutter stand neben dem Waschbecken. Ich hatte es gar nicht bemerkt.
Er kam leise näher. „Schatz, es ist schon okay. Es wird schon irgendwie helfen. Ich kann mich um die Kinder kümmern.“
Er schien verärgert, dass ich ihn gefragt hatte.
Ich drehte mich zu ihr um. „Nein.“
Carl zuckte mit den Achseln. „Siehst du? Verstehst du?“
Ich sah ihn wieder an. „Er hat einen gebrochenen Arm.“
„Und viele Großmütter kümmern sich um ihre Enkelkinder. Niemand zahlt Tausende von Dollar, wenn die Familie direkt hier wohnt.“
Ich sagte: „Wie genau hast du dir die Abholung von der Kita vorgestellt?“
Er schien verärgert, dass ich ihn gefragt hatte. „Ich habe deiner Mutter doch gesagt, wo das Haus ist. Ich dachte, sie käme damit klar.“
Ich sah ihn weiter an.
Am nächsten Tag auf der Arbeit gelang es mir endlich, in der Mittagspause mit Nina zu telefonieren.
Meine Mutter war erst seit weniger als 24 Stunden in unserer Stadt. Er konnte nur einen Arm benutzen. Die Wohnung war nicht einmal als berechtigte Abholstelle registriert.
Meine Mutter fing an zu reden, wahrscheinlich um die Situation zu beruhigen, denn so ist sie eben. Ich unterbrach sie.
„Mama, du bist nicht zum Babysitten da. Du wirst gar nichts tun. Ich kümmere mich darum.“
Carl verdrehte die Augen. „Du übertreibst.“
Stattdessen schwieg ich.
Am nächsten Tag rief ich Nina endlich in der Mittagspause an.
Ich fragte: „Warum hast du mich gestern nicht angerufen?“
Ich sagte ihr, ich würde sie anrufen.
„Ich wollte es gerade tun“, sagte sie. „Aber Carl meinte, du wärst den ganzen Tag in Besprechungen und er hätte alles schon mit dir besprochen. Es schien alles in Ordnung zu sein. Er sagte, deine Mutter würde einziehen, um dir zu helfen, und beide wären einverstanden.“
Ich schloss die Augen. „Das stimmt nicht.“
Sie seufzte. „Ich hatte schon so ein Gefühl, dass etwas nicht stimmt.“
Ich sagte ihr, ich würde sie noch einmal anrufen.
Ich war sehr aufgebracht. Nicht nur auf Carl, weil er sie ohne mein Wissen entlassen hatte. Sondern auch auf mich selbst, weil ich nicht begriffen hatte, was für ein Mann eine verletzte Frau für eine Personallösung hält.
Als ich an jenem Abend nach Hause kam, roch es im ganzen Haus nach Zwiebeln und Waschmittel.
Carl saß mit seinem Laptop auf dem Sofa.