TEIL 2 – SEIN NEUNTER GEBURTSTAG
Als Ethans neunter Geburtstag näher rückte, versprach Daniel, dass alles anders sein würde.
„Ich würde ihn um nichts in der Welt verpassen.“
Ethan glaubte ihm.
Er konnte es nicht mehr.
Susan hatte die Scheidungsklage bereits vorbereitet. Die Finanzunterlagen, Schulzeugnisse, mein Sorgerechtsbericht und die Beweise des Ermittlers waren geordnet und bereit.
Der Gerichtsvollzieher würde sich den Jungen nicht nähern.
Daniel würde nach der Feier überall hingebracht werden, wo er wollte.
Der Garten war an diesem Nachmittag perfekt.
Blaue und silberne Luftschlangen hingen am Zaun. Nachbarn brachten Essen. Trainer Ramirez organisierte Baseballspiele. Die Jungen tobten durch den Rasensprenger, während Daniel Hamburger grillte und mit Ethan Fußball spielte.
Einen Moment lang fragte ich mich fast, ob er endlich bleiben könnte.
Punkt 14:14 Uhr vibrierte sein Handy.
Daniel starrte auf den Bildschirm.
Sein Lächeln verschwand.
Dieselbe Pause.
Derselbe Gesichtsausdruck.
Dasselbe Ergebnis.
Er kam näher.
„Ich hasse das. Einer meiner wichtigsten Kunden hat einen Notfall.“
„Ethan will gerade die Torte anschneiden.“
„Ich weiß. Ich bin nur ein paar Stunden weg.“
„Du hast es ihm versprochen.“
„Ich bin gleich wieder da.“
Ich trat zurück.
„Dann geh.“
Er schien überrascht, dass ich nicht widersprach.
Daniel ging über den Hof, küsste Ethan auf den Kopf und sagte:
„Bin gleich wieder da, Kumpel.“
„Okay, Dad.“
Er fuhr weg.
Zehn Minuten später blickte Ethan zur Einfahrt.
„Sollen wir warten?“
Ich kniete mich neben ihn.
„Was willst du?“
Er sah die Kerzen an.
„Ich will nicht, dass alle wegen mir warten müssen.“
Also haben wir gefeiert.
Ethan blies neun Kerzen neben dem leeren Stuhl seines Vaters aus.
Am anderen Ende der Stadt betrat Daniel dasselbe Steakhaus, in das er schon seit Jahren ging.
Emily wartete dort mit Champagner.