Der Club wurde von ihrer Firma bezahlt.
Glorias private Krankenversicherung wurde über ihr Firmenkonto abgerechnet.
Urlaub.
Kreditkarten.
Treuhandfonds.
Alles.
Sebastian besaß dieses Leben nicht.
Er lebte nur darin.
„Danke für die Information“, sagte Victoria ruhig.
„Ist das alles?!“, rief Gloria.
Victoria stand auf und griff nach ihrer Handtasche.
„Nein“, erwiderte sie kühl. „Das ist erst der Anfang.“
Und beendete das Gespräch.
Um 21:11 Uhr rief Victoria ihren Anwalt Michael Bennett an.
„Sebastian hat heute Abend geheiratet“, sagte sie.
Stille.
„Aber er ist immer noch Ihr Ehemann.“
„Genau.“
Victoria schickte ihm Screenshots, Videos und Fotos von der Hochzeit.
Michael rief in weniger als zwei Minuten zurück.
„Das ist nicht mehr nur Untreue“, sagte er ernst. „Das könnte eine Straftat sein.“
Victoria öffnete ihre Banking-Apps.
Nach und nach sperrte sie alles.
Zusätzliche Kreditkarten: gesperrt.
Fahrzeugzugang: gesperrt.
Automatische Zahlungen: pausiert.
Reinigungsservice: gekündigt.
Dann rief sie die Hausverwaltung in Highland Park an.
Dann die Bank.
Dann den Anwalt für Immobilienrecht.
Kurz vor Mitternacht kam Michael mit einem Manila-Ordner.
„Es gibt etwas Schlimmeres“, sagte er.
Victoria blickte auf.
„Was?“
Er legte das Dokument auf den Tisch.
„Ein Teil der Hochzeit wurde von Ihrer Firma bezahlt.“
„Von wem autorisiert?“
Michael deutete auf die Unterschrift.
Sie sah aus wie ihre.
Aber sie war nicht ihre.
Darunter stand:
Victoria Carter Hayes.
Urkundenfälschung.
Während Sebastian in Florida mit seiner frisch angetrauten Frau anstieß, unterzeichnete Victoria seelenruhig die ersten Dokumente, die sein Leben zerstören sollten.
„Ich werfe sie nicht einfach nur aus dem Haus“, sagte sie leise.
„Ich werfe sie aus meinem Leben. Mit vollständiger Bestandsaufnahme.“
Drei Wochen später bemerkte Sebastian, dass etwas an Alyssas Schwangerschaftsgeschichte nicht stimmte.
Zuerst ignorierte er die Anzeichen.
Sie verschob Arzttermine.
Sie erlaubte ihm nicht, zu den Ultraschalluntersuchungen zu kommen.
Wenn er Fragen stellte, weinte sie und warf ihm vor, das Baby zu stressen.
Die Wahrheit brach eines Abends mit voller Wucht über ihn herein, als Sebastian versehentlich Alyssas iPad nahm.
Benachrichtigung:
„Derek ❤️“
Er öffnete die Nachricht.
Und spürte, wie ihm das Blut in den Adern gefror.
„Sobald die Scheidung durch ist, sind wir weg. Er ist dumm genug zu glauben, dass das Baby von ihm ist.“
Es gab Dutzende Nachrichten.
Fotos.
Flugtickets.
Umsteigebuchungen.
Und dann noch etwas Schlimmeres: