„Z ostatnią żoną nie ciągnąłeś tego tak długo”, zachichotała moja teściowa, a ja wreszcie zrozumiałam, z kim żyłam

„Co się dzieje?” – mruknęłam und starrte in die leere Ecke des Küchenschranks.

Meine liebste Porzellantasse war weg. Weiß, mit goldenem Rand, ein kleines, zerbrechliches Ding, an dem ich aus irgendeinem Grund mehr hing, als vernünftig gewesen wäre.

Ich wusste genau, dass ich sie dort hineingestellt hatte. Nicht auf den Tisch, nicht in die Spüle, nicht in irgendeinen anderen Schrank. Ich öffnete trotzdem die Spülmaschine, zog die Schubladen auf, sah sogar hinter den Kaffeedosen nach.

Nichts.

In der stillen Küche meiner alten Einzimmerwohnung in der Gorki-Straße in Moskau roch es nach frisch gebrühtem Kaffee. Maksym war angeblich auf Geschäftsreise in Sotschi und hatte versprochen, in einer Woche zurückzukommen.

Diese Wohnung hatte ich mir über Jahre schwerer Arbeit zusammengespart. Nicht geerbt, nicht geschenkt bekommen, nicht von jemandem erbettelt. Jeder Quadratmeter darin trug meinen Schlafmangel, meine Überstunden und meine Hoffnung auf ein normales Leben.

Doch die Tasse war nicht das Erste, was verschwunden war.

Zuerst fehlten meine Saphir-Ohrringe, ein Geschenk meiner Eltern zu meinem fünfundzwanzigsten Geburtstag. Dann der Seidenschal, den ich aus Sankt Petersburg mitgebracht hatte. Und nun diese Tasse.

Ich griff nach dem Telefon und rief meinen Mann an.

„Schatz, hast du meine weiße Tasse mit dem goldenen Rand gesehen?“, fragte ich.

Maksym lachte leise, so weich, als würde er mit einem Kind sprechen.

„Lera, hast du schon wieder etwas verlegt? Wahrscheinlich hast du sie irgendwo hingestellt und vergessen. Du bist doch so vergesslich.“

„Ich bin nicht vergesslich“, widersprach ich. „Und außerdem verschwinden in der Wohnung immer öfter Dinge.“

Für einen Moment schwieg er. Dann wechselte er so glatt das Thema, dass ich damals hätte stutzig werden müssen.

„Ach, übrigens, ich denke immer noch über dieses Angebot nach, in die Café-Kette zu investieren, von der mein Freund erzählt hat. Wenn wir die Wohnung beleihen, hätten wir ein passives Einkommen. Was meinst du?“

Ich schloss die Augen.

„Darüber haben wir schon gesprochen, Maks“, unterbrach ich ihn. „Ich will unsere Wohnung nicht riskieren.“

„Lera, das ist eine Chance! Wir könnten leben wie Könige.“

Seit drei Monaten redete Maksym auf mich ein. Immer wieder diese Investition, immer wieder die gleichen Worte: leichter Gewinn, kluge Leute, Gelegenheit, die nur einmal kommt.

Ich schob es ständig auf.

„Bald ist Urlaub“, sagte ich dann. „Ich fahre ans Meer, danach reden wir darüber.“

Und er gab nach, wie er immer nachgab, wenn er merkte, dass er mich an diesem Tag nicht mehr weichkochen konnte.

Nur dass ich inzwischen nicht mehr nur genervt war. Ich war wachsam.

Ich beschloss, in der Wohnung ein paar kleine Kameras zu installieren. Nicht, um meinen Mann auszuspionieren, sagte ich mir damals. Sondern um endlich zu verstehen, wohin meine Sachen verschwanden.

Dann fuhr ich nach Sotschi.

Zwei Wochen lang lag ich am Strand, hörte das Rauschen der Wellen und die Schreie der Möwen. Nach außen hin war ich eine Frau im Urlaub. Ich trank Kaffee, ging am Ufer entlang und tat so, als würde ich mich erholen.

Abends aber öffnete ich die Aufnahmen.

Am ersten Tag zeigte die Kamera nur leere Zimmer. Sonnenlicht auf dem Boden, Schatten an der Wand, nichts weiter. Am zweiten Tag sah ich, wie sich meine Wohnungstür öffnete.

Meine Schwiegermutter, Walentina Petrowna, trat ein.

In ihrer Hand lag ein Ersatzschlüssel.

Hinter ihr kam Maksym herein.

Maksym, der angeblich bei der Arbeit sein sollte. Maksym, der nicht in Moskau sein durfte. Maksym, der mir am Telefon mit müder Stimme von Terminen und Geschäftsgesprächen erzählt hatte.

Ich setzte mich kerzengerade auf und schaltete den Ton ein.

Walentina Petrowna lehnte sich an einen Stuhl und sah sich in meiner Küche um, als gehöre sie ihr.

„Söhnchen, wann überzeugst du deine Frau endlich, den Kredit aufzunehmen?“, fragte sie.

Maksym seufzte.

„Ich arbeite daran, Mama. Sie hat fast zugestimmt.“

„Fast?“, kicherte meine Schwiegermutter. „Bei der letzten Frau hast du das nicht so lange hingezogen.“