Sie schaltete den Flugmodus ein und verstaute ihr Handy in der Tasche. Plötzlich ertönte neben ihr eine vertraute, überraschte Stimme: „Anna? Bist du es?“ Sie drehte sich um. Marcin stand vor ihr – ihr alter Freund aus dem Salon, der sie immer unterstützt hatte, obwohl sie damals nicht geglaubt hatte, die Freundlichkeit anderer zu verdienen. „Wohin fährst du?“, fragte er. Anna lächelte – diesmal aufrichtig. „Ich weiß es noch nicht. Aber ganz sicher dorthin, wo mein Leben beginnen wird.“ Er nickte. In seinen Augen lag kein Mitleid, nur Respekt. Der Zug fuhr weiter. Häuser, Lichter, nasse Bäume huschten am Fenster vorbei. Anna beobachtete sie und spürte, wie die Stille in ihr sich in Frieden verwandelte. Als die Stadt hinter dem Horizont verschwand, erlaubte sie sich zum ersten Mal seit Langem, wieder zu atmen. Einfach zu sein. Ohne Angst und ohne Reue zu leben. Auf dem Regal neben der Fahrkarte lag ein kleiner Zettel, den sie später fand. Auf der Rückseite eines alten Kassenbons stand ein einziges Wort, das sie kurz vor Verlassen der Wohnung handschriftlich niedergeschrieben hatte: **„Freiheit.“**
Die Geschichte geht weiter