�Lass den alten Schmerz hinter dir, Fiona.�
Am n�chsten Morgen kochte ich Rindfleischeintopf, weil es das einzige Gericht war, das ich zubereiten konnte, ohne es zu verderben. Ich packte es in einen von Mamas Plastikbeh�ltern und fuhr zur�ck zu ihr.
Als Erstes fiel mir auf, dass Victors Unterschlupf leer war.
Die Decke war zusammengefaltet.
Die Kaffeedosen waren weg.
Sogar das Brennholz war ordentlich gestapelt.
�Victor?�, rief ich.
�Fiona.�
Ich drehte mich um.
Victor stand in einem sauberen, dunklen Mantel in der N�he der Hintertreppe. Neben ihm stand ein schwarzer Gel�ndewagen, den ich noch nie zuvor gesehen hatte.
Mir wurde ganz flau im Magen.
�Wem geh�rt das Auto?�
Bevor er antworten konnte, stieg Mrs. Bell auf der Fahrerseite aus.
�Von meinem Neffen geliehen�, sagte sie. �Victor wollte sich von deiner Mutter verabschieden, ohne dass Mark �rger macht. Wir haben ihr Grab besucht.�
Ich betrachtete Victors Mantel.
Er ber�hrte den �rmel unbeholfen.
�Auch geliehen.�
Dann bemerkte ich das Medaillon in seiner Hand.
�Woher hast du die Halskette meiner Mutter? Ich kenne sie von Fotos.�
Sein Daumen fuhr mit dem Daumen �ber die eingedellte Silberkante.
�Stephanie hat es mir gegeben.�
�Das Medaillon ist verloren gegangen.�
�Nein�, sagte Victor. �Sie hat es dir doch gesagt.�
Mir schn�rte es die Brust zu.
�Warum sollte meine Mutter Ihnen ihr Medaillon geben?�
�Weil ich es ihr zuerst gegeben habe.�
Ich starrte ihn an.
« Wann? »
�Als sie ungef�hr zehn Jahre alt war, vielleicht auch j�nger�, sagte er. �Sie hatte einen schrecklichen Tag gehabt. Ich sagte ihr, wenn sie es tr�ge, k�nne sie so tun, als w�rde ich neben ihr gehen.�
Frau Bell senkte den Blick.
Victor �ffnete das Medaillon.
Im Inneren befand sich ein verblasstes Foto von zwei Kindern, die auf einer Verandatreppe sa�en; sein Arm lag um ihre Schultern.
Auf der R�ckseite waren in kindlicher Handschrift drei W�rter eingeritzt.
�Mein sicherer Ort.�
Mir schn�rte sich der Hals zu.
�Das ist Mama?�
Victor nickte.
�Und du bist der Junge?�
« Ja. »
Ich bin zur�ckgewichen.
�Nein. Meine Mutter hatte nur einen Bruder.�
�Mark war der J�ngste.�
�Du l�gst.�
�Ich w�nschte, ich w�re es.�
�Wenn du ihr Bruder w�rst�, sagte ich mit erhobener Stimme, �warum hat sie dich dann drau�en wohnen lassen?�
Victor zuckte zusammen.
Bevor er antworten konnte, sprach Mrs. Bell.
�Weil Mark ihr Angst machte.�
Ich wandte mich ihr zu.
�Wie hast du sie erschreckt?�
�Er sagte Stephanie, die Leute w�rden sie f�r ungeeignet halten, wenn sie Victor in ihre N�he lie�e. Sie war arm, zog ihr Kind allein gro� und hatte panische Angst.�
Victor schloss das Medaillon.
�Sie hielt mich fest an sich. Mehr konnte sie ihrer Meinung nach nicht riskieren. Ich war nicht leicht zu helfen, Fiona. Aber deine Mutter hat nie aufgegeben.�
Meine Gedanken kehrten sofort in Mamas Krankenzimmer zur�ck.
�Die blaue Schachtel�, fl�sterte ich.
Victor blickte auf.
�Sie hat es dir erz�hlt?�
�Sie sagte, Mark solle es nicht ber�hren.�
Frau Bell zeigte auf das Haus.
�Dann h�r auf, hier zu stehen.�
�
Ich st�rmte hinein und durchw�hlte Mamas Kleiderschrank, bis ich die blaue Schachtel unter alten Decken versteckt fand.