„Claire wird mit einem Koffer abreisen. Manon wird hierbleiben, bei ihrer Familie, die alles hat.“

„Und du hast zugestimmt.“

„Marcel war nie ein Vater für mich. Isabelle war nie meine Schwester. Julien und ich sind nicht zusammen aufgewachsen.“

„Vielleicht erklärt das deine Entscheidungen. Nicht den Diebstahl meiner Aktien.“

Eva zündete sich eine Zigarette an und drückte sie sofort wieder aus, ohne zu rauchen.

„Julien sagte mir, dass ihm die Aktien moralisch gehörten. Er sagte, du wolltest die Vermögenswerte an einen ausländischen Konzern verkaufen.“

„Das stimmt nicht.“

„Er hat mir auch die Scheidung versprochen.“

„Das stimmt. Er wollte nur warten, bis du meine Aktien zurückbekommen hast.“

Ich spielte ihr die Aufnahme vor.

Als Julien sagte, er würde endlich die Kontrolle über die Vermögenswerte übernehmen, wurde Eva blass.

„Er hat mir versprochen, dass wir sie gemeinsam verwalten würden.“

„Er belügt alle Frauen in der Familie. Seine Frau, seine Geliebte, sogar seine Tante. Es ist fast schon eine Gabe.“

Sie sah mich hasserfüllt an, doch dieser Hass galt nicht nur mir.

Eva enthüllte dann den letzten Teil des Plans.

Nach der Unterzeichnung des Vertrags sollte Marcel die Vaterschaft offiziell anerkennen und ihr einen Teil seiner Anteile übertragen. Julien versprach ihr die Ehe, sobald die Scheidung rechtskräftig war. Doch insgeheim hatte er einen weiteren Partnerschaftsvertrag vorbereitet, der es ihm erlaubte, ihre Anteile zu einem niedrigen Preis zu erwerben, falls ihre Beziehung dem Ansehen des Unternehmens schaden sollte.

Er plante also, uns beide aus dem Weg zu räumen.

Ich bat um eine Kopie.

„Warum sollte ich dir helfen?“

„Weil du morgen mit …“

dem Koffer abreisen wirst.

Sie schickte mir das Dokument.

Der Gegenangriff erfolgte auf der Hauptversammlung.

Julien glaubte, ich würde endlich unterschreiben. Marcel, der gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden war, war anwesend. Auch Isabelle und einige Familienmitglieder waren vorgeladen.

Ich kam in Begleitung meines Anwalts und des Wirtschaftsprüfers.

Julien reichte mir einen Stift.

„Lasst uns tun, was nötig ist, um das Vermögen zu retten.“

Ich griff nach einem Stift.

Dann strich ich jede Seite der Vollmacht durch.

„Das Vermögen muss nicht gerettet werden. Ich schon.“