Die Wohnung roch nach Toast, Kaffee und dem leichten Zitronenduft des Putzes vom Vorabend. Draußen ging das Leben seinen gewohnten Gang: Autos fuhren vorbei, jemand lachte auf dem Bürgersteig; es war ein ganz normaler Samstag, ohne dass ich ahnte, dass mein Leben im Begriff war, zusammenzubrechen.
Kaffeemaschine
Sergio sah auf sein Handy und seufzte. Ich erkannte das Geräusch, noch bevor er sprach; es war Rocíos SMS, die sich bemerkbar machte und mit ihren Sorgen und Problemen wie eine Gewitterwolke heraufbeschwor.
„Rocío hat einen schrecklichen Monat“, sagte er, immer noch auf den Bildschirm starrend. „Gib ihr deine Karte. Sie zahlt es dir später zurück.“
Ich starrte einen Moment länger als nötig auf den Laptop. Nicht, weil ich Angst hatte zu antworten, sondern weil ich es satt hatte, meine Stimme so zu kontrollieren, als würde ich mit Sprengstoff hantieren.
„Nein“, sagte ich. „Ich habe ihr zweimal Geld geliehen, und sie hat mir keinen Cent zurückgezahlt.“
Der Löffel hörte auf, in seiner Tasse zu rühren. Diese kurze Stille war mir über die Jahre vertraut geworden, die Pause, bevor sich sein Zorn verbarg.
Langsam hob er den Blick, seine Augen ausdruckslos und kalt. „Ich habe dich nicht gefragt, Elena. Ich habe es dir gesagt.“
„Und ich habe Nein gesagt“, erwiderte ich, obwohl mein Herz bereits raste. „Meine Kreditkarte ist nicht Rocíos Notfallfonds.“
Sein Gesicht verzog sich, nicht gerade zu einem Lächeln, sondern zu etwas Schlimmerem. Es war der Ausdruck, den er immer machte, wenn er mir klarmachen wollte, dass ich ihn durch meine Grenzen in Verlegenheit gebracht hatte.
„Du bist so egoistisch“, sagte er. „Du sitzt da mit deinen unbedeutenden Berichten und deinem unbedeutenden Gehalt und tust so, als wäre es ein Verbrechen, meiner Familie zu helfen.“
„Deine Familie mischt sich seit Jahren in mein Leben ein“, sagte ich. „Ich werde nicht länger für ihre Entscheidungen bezahlen.“
Die Tasse knallte mit solcher Wucht auf den Tisch, dass der Kaffee überlief. Ich zuckte unwillkürlich zusammen, und er sah es; das war das Schlimmste, dieser kurze Anflug von Genugtuung in seinem Gesicht.
„Vorsicht“, sagte er leise. „Du wirst immer dreister.“
Etwas in mir, etwas Erschöpftes, Verletztes und des ständigen Duckens müde, antwortete, bevor die Angst es unterdrücken konnte: „Vielleicht hätte ich vorher mutiger sein sollen.“
Danach gab es keine Vorwarnung. Kein langes Streiten, kein schreiendes Herunterzählen, keine dramatische Geste, die mir Zeit gegeben hätte, mich auf das vorzubereiten, was er tun würde.
Sergio packte die Tasse und schüttete mir den Kaffee direkt ins Gesicht. Im einen Moment saß ich noch in meiner Küche, im nächsten war ich von Schmerz geblendet, eine intensive Hitze durchfuhr meine Wange, meinen Hals und meine Brust, als hätte das Feuer seinen Mund aufgerissen und mich ganz verschlungen.
Kaffeemaschine