Die Krankenschwester warf einen Blick auf die Überwachungskamera.
Doña Teresa stand neben ihm und drückte einen silbernen Becher an ihre Brust. Denselben Becher. Den, aus dem ich morgens unbedingt trinken musste, bevor ich ging.
„Ich möchte nicht, dass Sie hereinkommen“, sagte ich.
Dr. Ríos drückte den Knopf der Sprechanlage.
„Frau Valeria hat ihre Einwilligung zur Teilnahme an der Behandlung widerrufen. Bitte treten Sie vom Eingang zurück.“
Adrián lächelte gequält.
„Ich bin Ihr Ehemann und Ihr Arzt.“
„Sie können nicht gleichzeitig hier sein“, erwiderte der Arzt.
Da vibrierte mein Handy.
Eine Nachricht von Adrián:
Sag ihnen, du hättest Panikattacken.
Sofort kam eine weitere Nachricht:
Wenn du wankst, wirst du verlegt, und ich muss alles genehmigen.
Ich sah den Arzt an.
„Leg das weg“, sagte ich.
Meine Stimme klang anders. Kälter. Mehr wie ich selbst.
Die Krankenschwester fotografierte den Bildschirm, steckte mein Handy in einen Beweismittelbeutel und rief die Polizei.
Dann sah ich auf dem Überwachungsvideo etwas, das mich wie gelähmt zurückließ.
Adrián griff nach der Tasse.
Doña Teresa wich zurück.
Er sagte etwas, das das Mikrofon nicht aufnahm. Sie senkte den Blick. Dann sah sie direkt in die Kamera.
Zum ersten Mal seit ich sie kannte, wirkte meine Schwiegermutter verängstigt.
Adrián griff erneut nach der Tasse.
„Gib sie mir“, ertönte die Stimme aus dem Lautsprecher.
Doña Teresa presste die Tasse an ihre Brust.
„Was war in diesen Umschlägen, Adrián?“
Das Lächeln meines Mannes verschwand.
Und mir wurde klar, dass die Tasse nicht das Ende der Geschichte war.
Sie war nur eine Tür.
Ich konnte nicht fassen, was gleich passieren würde.
TEIL 2
Als die Polizei eintraf, veränderte sich Adrians Gesichtsausdruck, als wolle er einen weißen Kittel ablegen.
Er richtete seinen Hemdkragen, steckte die Hände in die Hosentaschen und sprach mit tadelloser Ruhe.
„Beamte, gut, dass Sie da sind. Meine Frau hat Panikattacken. Meine Mutter hat ihr ohne ärztliche Erlaubnis pflanzliche Heilmittel gegeben. Ich bin gekommen, um das zu unterbinden.“
Doña Teresa sah ihn an, als ob sie …