Mietverträge
Ich hielt den Kopf gesenkt, meine schwere Segeltuchtasche schlug gegen meine Hüfte. Ich wollte nur noch in die dunkle Geborgenheit meines beengten Kellerzimmers. Ich war seit zweiundzwanzig Stunden wach. Zwischen dem Bettenmachen auf der Kinderonkologie und dem heimlichen Grübeln über die finalen statistischen Modelle für meine Doktorarbeit im Biologielabor stand ich kurz vor dem Zusammenbruch.
Als ich versuchte, mich leise durch den Durchgang des Esszimmers zu bewegen, schnappte Victorias scharfe Stimme wie ein nasser Lappen.
„Clara. Hör auf, dich hier herumzuschleichen.“
Sie saß am Kopfende des Esstisches und lackierte sich akribisch die Nägel tiefrot. Sie blickte nicht auf. Mit einem akkurat ausgestreckten Finger schob sie einen riesigen Stapel fettiger Porzellanteller an den Tischrand.