„Ich habe dich nicht gefragt.“
Dann sah er Alejandro an.
„Ich wusste, dass du die Träger untersuchst. Ich wusste auch, dass sie dich für zwei Wochen auf den Parkplatz geschickt haben, weil du ‚Fachleute abgelenkt‘ hast.“
Clara senkte den Blick.
Alejandro knirschte mit den Zähnen.
„Wer hat das angeordnet?“
„Octavios Büro.“
Alejandros Handy klingelte.
Octavio Rivas.
Alejandro nahm über Lautsprecher ab.
„Mir wurde gesagt, Sie führen eine unerlaubte Inspektion durch“, sagte Octavio ruhig.
„Sie haben gestern gekündigt.“
„Meine Arbeit ist weiterhin geschütztes geistiges Eigentum.“
Alejandro sah Clara an.
„Wussten Sie, dass sie im Westkern Stahl der Güteklasse 50 verbaut haben?“
Es entstand eine Pause.
Dann lachte Octavio.
„Sie haben mich geweckt, weil eine Putzfrau Zahlen auf einem Balken entdeckt hat?“
„Sie heißt Clara Mendoza.“
„Ich kenne ihren Namen. Sie belästigt das Team schon seit Monaten.“
Clara murmelte:
„Frag sie nach Revision 11.“
Alejandro wiederholte die Frage.
Es herrschte einen Moment länger Stille als üblich.
„Es war eine temporäre Revision“, antwortete Octavio.
„Warum behält das finale Paket dann dieselben Faktoren bei?“
Octavio änderte seinen Tonfall.
„Sie lassen zu, dass eine unqualifizierte Mitarbeiterin Panik wegen eines unvollständigen Modells verbreitet.“
Alejandro antwortete langsam:
„Sie reden immer nur darüber, wer sie ist. Sie erklären nicht, was sie gefunden hat.“
Octavio legte auf.
Es herrschte Stille in dem provisorischen Raum.
Um 7:40 Uhr stellte die IT-Sicherheit gelöschte Dateien wieder her. Um 8:15 Uhr bestätigte die Rechtsabteilung ungewöhnliche Zahlungen. Um 8:50 Uhr tauchte die erste E-Mail zwischen Octavio und Aceros del Norte, dem Lieferanten, der mit seinen Schwiegereltern in Verbindung stand, auf.
Doch um 9:30 Uhr hatte der Vorstand ein anderes Anliegen.
Die Präsentation musste gerettet werden.
Im Hauptraum erschien die Vorstandsvorsitzende Patricia Velasco auf einer Leinwand. Hinter ihr war ihr makelloses Büro zu sehen, in dem nichts verstellt war.
„Wir haben weniger als fünf Stunden“, sagte sie. „Wir dürfen ein nationales Projekt nicht wegen vorläufigem Material gefährden.“
Mariana Becerra schaltete sich ein: