Der zwölfjährige Ethan kannte kein Leben im Luxus.
Er lebte mit seiner Mutter Anna in einer kleinen Wohnung am Stadtrand.
Das Geld war immer knapp.
Manchmal verzichtete Anna aufs Abendessen, damit Ethan etwas zu essen hatte.
Doch sie beschwerte sich nie.
Sie sagte ihm immer:
„Freundlichkeit ist mehr wert als Geld.“
Es gab nur ein Thema, über das sie nicht sprechen wollte:
Ihre Familie.
Immer wenn Ethan nach seinen Großeltern fragte, lächelte Anna traurig und wechselte das Thema.
Jahre vergingen.
Dann, eines Winters, wurde Anna schwer krank.
Die Ärzte versuchten alles.
Doch ihr Zustand verschlechterte sich.
Eines Nachts, als draußen vor dem Krankenhausfenster Schnee fiel, reichte Anna Ethan einen alten gelben Umschlag.
Ihre Hände zitterten.
„Versprich mir etwas.“
„Ich verspreche es.“
„Wenn mir etwas zustößt, bring diesen Umschlag zu Richard Harrison.“
Ethan runzelte die Stirn.
„Wer ist Richard Harrison?“
Annas Augen füllten sich mit Tränen.
„Jemand, der zu deinem Leben hätte gehören sollen.“
Eine Woche später starb Anna.
Ethan fühlte sich, als wäre seine ganze Welt zusammengebrochen.
Nach der Beerdigung öffnete er den Umschlag.
Darin war ein altes Foto.
Anna, ein Teenager, stand neben einem älteren Mann in einem teuren Anzug.
Beide lächelten.
Auf der Rückseite des Fotos standen zwei Worte:
„Richard Harrison.“
Nach wochenlanger Suche entdeckte Ethan endlich die Wahrheit.
Richard Harrison war nicht nur ein Geschäftsmann.
Er war einer der reichsten Männer des Landes.