Der gesamte Ballsaal verstummte, als der schmutzige Junge durch die prunkvollen goldenen Türen trat. Gäste in ihren Designeranzügen drehten sich um und starrten ihn an. Eine Frau keuchte auf. Ein Kellner ließ beinahe ein Tablett fallen. Die Kleidung des Jungen war zerrissen. Seine Schuhe waren abgetragen. Sein Gesicht war vom Staub der Straße gezeichnet. Er wirkte völlig deplatziert in der luxuriösesten Villa der Stadt. Da stürmte ein wütender Geschäftsmann auf ihn zu. „Was machst du hier?“, rief der Mann. „Diese Veranstaltung ist nur für geladene Gäste!“ Der Junge schluckte schwer. „Ich… ich suche jemanden.“ Gelächter ging durch den Raum. Jemand flüsterte: „Ein Straßenkind?“ Ein anderer Gast spottete: „Der Sicherheitsdienst sollte ihn rauswerfen.“ Doch der Junge rührte sich nicht. Stattdessen umklammerte er mit zitternder Hand einen kleinen, gefalteten Zettel. „Ich muss nur einen Namen lesen.“ Niemand ahnte es in wenigen Minuten, aber dieser eine Name würde die gesamte Feier zum Stillstand bringen und das Leben vieler für immer verändern.

Präsident von Harrison Global Industries.

Und genau an diesem Abend veranstaltete er eine prestigeträchtige Wohltätigkeitsgala mit Prominenten, Politikern und Milliardären.

Ethan wusste, dass dies seine einzige Chance sein könnte.

Also lief er stundenlang durch die Stadt.

Als er endlich die Villa erreichte, verweigerte ihm der Sicherheitsdienst den Einlass.

Doch in einem hektischen Moment schlüpfte Ethan durch einen Seiteneingang.

So stand er plötzlich mitten im prunkvollen Ballsaal.

Die Gäste musterten ihn mit finsteren Blicken.

Der Geschäftsmann, der ihn konfrontiert hatte, deutete auf den Ausgang.

„Gehen Sie jetzt.“

Doch bevor Ethan antworten konnte, hallte eine Stimme durch den Raum.

„Was ist hier los?“

Die Menge teilte sich augenblicklich.

Richard Harrison war eingetroffen.

Der ältere Präsident näherte sich langsam.

Alle respektierten ihn.

Alle fürchteten ihn.

Der Geschäftsmann lächelte kurz.

„Nur ein obdachloser Junge, der Ärger macht, Sir.“

Richard sah Ethan an.

Zuerst wirkte er desinteressiert.

Dann bemerkte er den alten Umschlag.

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich.

„Was machst du hier, mein Junge?“, fragte Richard.

Ethan schluckte nervös.

„Meine Mutter hat mir gesagt, ich soll dich suchen.“

Stille breitete sich im Ballsaal aus.

Richard starrte ihn an.