Eine Minute später rief Chloe an.
Dann Mark.
Und dann wieder meine Mutter.
Die Nachrichten trudelten ein.
Es muss ein Problem mit der Hotelkarte geben.
Ruf mich sofort an.
David, das ist mir peinlich.
Das Resort sagt, die Zahlung sei abgelehnt worden.
Ethans Familie ist hier. Was sollen wir denn jetzt tun?
Ethan war Chloes zehnjähriger Sohn aus ihrer ersten Ehe. Seine Anwesenheit war der einzige Grund, warum ich überhaupt ein bisschen besorgt war.
Ich schrieb Chloe eine SMS.
Sorg dafür, dass Ethan einen sicheren Schlafplatz hat. Bezahl mit deinem eigenen Geld. Wir reden morgen.
Ihre Antwort kam sofort.
Mein eigenes Geld? Ist das dein Ernst?
Ich drehte mein Handy um.
Maya war eingeschlafen. Liam ruhte in seinem Krankenhausbettchen, sein kleiner Brustkorb hob und senkte sich langsam unter der Decke.
Zum ersten Mal in dieser Nacht herrschte Stille.
Ich nutzte sie zum Nachdenken.
Vierzehntausend Dollar.
Das war der Betrag, den ich vor meiner Abreise nach Deutschland überwiesen hatte. Das Geld war für Lebensmittel, eine Nachtschwester, Fahrten zu Arztterminen, Haushaltshilfe und alles andere gedacht, was Maya oder Liam während meiner Abwesenheit benötigen könnten.
Ich öffnete mein Bankkonto.
Die Überweisung ging auf ein Zweitkonto, das meine Mutter mit meiner Erlaubnis verwaltete. Ich hatte es Jahre zuvor nach dem Tod meines Vaters eröffnet. Anfangs bezahlte ich damit Miete und Nebenkosten. Mit der Zeit wurde es mein Familienkonto.
Ich überprüfte die Transaktionen.
Der Flug nach Miami hatte zusätzliche Kosten verursacht.
Fünf Tickets.
Eine Anzahlung für ein Resort.
Designerkleidung.
Zwei Spa-Termine.
Ein Besuch in einem Fischrestaurant.
Flughafentransfer.
Ein Juweliergeschäft in Bal Harbour.