Ethan betrachtete den unberührten Bourbon. „Diesmal werde ich zweimal überlegen, bevor ich mich entscheide.“
Die Untersuchung dauerte sechs Wochen. Das Sicherheitsteam von Northstar bestätigte, dass Christian versucht hatte, Vanessa zu benutzen, um an vertrauliche Finanzinformationen zu gelangen. Er hatte zwar nie Zugriff auf die Firmensoftware oder Kundendaten, doch allein der Besitz des Geräts reichte aus, um ihn wegen versuchten Betrugs und Verschwörung anzuklagen. Seine Anwaltskanzlei kündigte ihm.
In einer Erklärung bezeichnete Vanessas Familie die Kündigung als „private und emotionale Angelegenheit“. Drei Tage später, nachdem die finanziellen Beweise unwiderlegbar waren, veröffentlichten sie eine zweite Erklärung, in der sie behaupteten, nichts von seinem Verhalten gewusst zu haben.
Ethan lehnte alle Interviews ab und kehrte an seinen Arbeitsplatz zurück. Northstar brachte eine neue Sicherheitsplattform auf den Markt, erzielte das beste Quartal der Firmengeschichte und kündigte Pläne für ein neues Entwicklungszentrum in Cleveland an.
Für die Außenwelt hatte Ethan überlebt.
Im Penthouse hatte sich die Stille verändert. Vor der Hochzeit war sie vertraut gewesen. Nun klang es anklagend: Jedes stille Zimmer erinnerte daran, dass ein Kind Gefahr gespürt, aber stattdessen Trost gesucht hatte.
Maria versuchte zu kündigen. An einem Montagmorgen betrat sie ihr Büro und legte einen getippten Brief auf ihren Schreibtisch.
Ethan las die erste Zeile. „Nein.“
„Du hast ihn noch nicht zu Ende gelesen.“
„Ich verstehe, worum es geht.“
„Ich habe nichts gemeldet, was deine Sicherheit gefährdet hätte.“