„Schneidet mir den Arm ab!“, flehte der Junge unter Tränen, und sein Vater dachte, er sei verrückt geworden… bis das Kindermädchen ohne Erlaubnis den Gipsverband aufbrach und die grausame Rache seiner Stiefmutter enthüllte.

„Papa?“, flüstert er.

Du eilst zu ihm und öffnest mit zitternden Händen seinen Gürtel.

Sein linkes Handgelenk ist rot, wo die Haut dagegen gedrückt hat.

Der Anblick bricht dir das Herz.

„Diego, ich bin da.“

Er versucht, sich loszureißen.

Von dir.

Nicht vom Gips.

Von dir.

Das schmerzt mehr als jede Anschuldigung.

„Elvira“, wimmert er. „Bitte. Bitte.“

Das Kindermädchen beugt sich über ihn und legt ihm einen kühlen Waschlappen auf die Stirn.

„Ich bin da, mein Kind. Ich helfe dir.“

Du greifst nach dem Telefon.

Valeria erscheint in der Tür.

„Was machst du da?“

Ihre Stimme ist jetzt scharf.

Nicht freundlich.

Nicht besorgt.

Scharf.

Elvira sieht sie nicht einmal an.

„Wir nehmen den Gips ab.“

Valeria tritt ein. „Auf keinen Fall. Der Arzt hat gesagt …“

„Der Arzt hat das nicht gerochen“, fährt Elvira sie an.

Du siehst Valeria an.

Zum ersten Mal seit Beginn des Albtraums siehst du etwas über ihr Gesicht huschen.

Nicht Sorge.

Angst.