Vadim.
Ihr Mann, mit dem sie fünf Jahre lang in vollkommener Harmonie gelebt hatte, hatte die Tapete für dieses Wohnzimmer geplant und ausgesucht.
Er wusste Bescheid.
Er hatte zugestimmt, seine Frau mit einem riesigen Schuldenberg zu belasten, im Gegenzug für eine Reise auf die Inseln.
Sie machte keinen Aufstand.
Sie legte ihr Handy zurück unter das Sofa, zog ihre Jacke an und trat hinaus in den leichten Regen.
Als Erstes kontaktierte sie den Anwalt ihrer Firma und ging dann zur Polizei.
Das Verfahren gestaltete sich langwierig.
Sie musste Anzeige erstatten, die Daten der alten SIM-Karte ausfindig machen und die Adressen notieren, die für die Nutzung der App verwendet worden waren.
Der Ermittler ermittelte eine verdächtige Person und kontaktierte umgehend die Sicherheitsabteilung des Zahlungsdienstleisters.
Es stellte sich heraus, dass das Geld noch nicht abgehoben worden war, sondern sich noch auf Taisia Pawlownas Konto befand.
Das Konto wurde diskret gesperrt, bis die Umstände geklärt waren, und meiner Schwiegermutter wurde lediglich erlaubt, Reisegutscheine von ihrem persönlichen Taschengeld zu bezahlen – um betrügerische Absicht nachzuweisen.
Am Donnerstagabend herrschte im Haus unglaubliches Treiben.
Drei riesige gelbe Koffer standen im Flur.
Vadim suchte nervös nach seiner Badehose und kippte die Regale im Kleiderschrank um.
Taïssia Pavlovna drehte sich in einer neuen Tunika, die sie offensichtlich für den Strand gekauft hatte, vor dem Spiegel.
„Ich habe diese Eintönigkeit so satt!“, rief meine Schwiegermutter laut und rückte ihre Perlenkette zurecht.
„Und endlich das Meer, weißer Sand und Krabben!“
Sofia stand im Kücheneingang und lehnte mit der Schulter gegen den Türrahmen.
„Warum fahrt ihr drei weg?“, fragte sie ruhig.
„Und wie, wenn ich fragen darf?“
Vadim sucht seit sechs Monaten einen Job.
Meine Schwiegermutter drehte sich abrupt um.
Ein verächtliches Lächeln huschte über sein Gesicht.
„Sonechka, ich hatte Ersparnisse.
Ich habe das Land meiner Großmutter an das Dorf verkauft, das hatte ich ganz vergessen zu erwähnen.
Und warum wir drei? Nun ja, Reisen ist teuer.“
Vadim wandte sich dem Fenster zu und tat so, als interessiere er sich für den Zaun des Nachbarn.
„Nur enge Verwandte fliegen, und du, armer Idiot, bleib zu Hause!“, schnauzte Inna und schloss ihre Schuhe.
„Wir brauchen dort keine zusätzlichen Leute.
Du behältst das Haus.“
Sofia funkelte ihren Mann wütend an.
„Vadim?
Würdest du dich ausruhen, während deine Frau hierbleibt?“
Ihr Mann zuckte mit den Achseln, ohne sich umzudrehen.