Ich ging in den Flur und sah Sophie halb hinter ihrer Zimmertür stehen. Ihre Schultern waren angespannt und ihr Blick auf den Boden gerichtet.
„Ich bin nicht böse. Komm zu mir.“
Sie blieb stehen.
Ich stellte meinen Koffer ab und ging langsam zu ihr.
„Was ist passiert?“
Sophie spielte nervös mit dem Saum ihres Pyjamaoberteils.
„Mein Rücken tut weh.“
„Seit wann?“
„Seit gestern.“
Ich wollte meine Hand beruhigend auf ihre Schulter legen, doch Sophie wich zurück.
„Bitte nicht. Es tut weh.“
Sofort zog ich meine Hand zurück.
„Okay. Ich fasse dich nicht an. Aber erzähl mir bitte, was passiert ist.“
Sie blickte kurz in Richtung Flur.
„Mama hat gesagt, es war ein Unfall.“
„Welcher Unfall?“
Sophie zögerte.
„Ich habe Saft verschüttet.“
Mehr sagte sie zunächst nicht. Also setzte ich mich neben sie und wartete.
„Mama war sehr aufgebracht. Dann bin ich gegen den Türgriff gekommen.“
Ich versuchte ruhig zu bleiben.
„Warum hast du mir das nicht früher erzählt?“
„Mama sagte, ich soll nichts sagen. Sie dachte, du würdest dich sehr aufregen.“
Jetzt verstand ich zumindest, warum Sophie seit meiner Rückkehr so still gewesen war.
„Du kannst mir immer erzählen, wenn etwas passiert.“
Sie nickte.
„Tut dein Rücken immer noch weh?“
„Ja. Vor allem nachts.“
„Hast du Mama gesagt, dass es noch weh tut?“
„Ja.“
„Und was hat sie gesagt?“
Sophie sah wieder auf den Boden.
„Sie meinte, es wird schon besser.“