Ich wurde zum Vormund der zehn Kinder meiner verstorbenen Verlobten – Jahre später sah mich mein ältester Sohn an und sagte: „Papa, ich bin endlich bereit, dir zu erzählen, was wirklich mit Mama passiert ist.“

Die Leute hielten mich für verrückt, weil ich vor Gericht für diese Kinder kämpfte. Sogar mein Bruder meinte, sie zu lieben sei das eine, zehn Kinder allein großzuziehen etwas ganz anderes. Vielleicht hatte er recht. Aber ich konnte nicht zulassen, dass sie die einzige Mutterfigur verloren, die ihnen noch geblieben war. Also lernte ich, alles selbst zu machen: Haare flechten, den Jungen die Haare schneiden, abwechselnd das Mittagessen zubereiten, die Inhalatoren verabreichen und herausfinden, welches Kind Ruhe brauchte und welches ein sternförmiges Käsesandwich. Ich ersetzte Calla nicht. Ich blieb einfach da.

An diesem Morgen, während ich die Lunchpakete vorbereitete, fragte Mara, ob wir abends reden könnten.

Irgendetwas an der Art, wie sie es sagte, ging mir den ganzen Tag nicht aus dem Kopf. Nach den Hausaufgaben, dem Baden und dem üblichen Abendritual traf sie mich in der Waschküche und erzählte mir, dass es um ihre Mutter ging. Dann sagte sie etwas, das alles veränderte. Sie sagte, dass nicht alles, was sie vorher gesagt hatte, stimmte. Sie hatte es nicht vergessen. Sie erinnerte sich immer an alles.